Leistungen und Hilfen

Materielle Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde

Personen, die minderjährig Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker, Ordensangehörige oder andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im kirchlichen Dienst geworden sind, können sich an die beauftragten Ansprechpersonen der (Erz-) Diözese oder des Ordens wenden, in deren Verantwortung der Täter zum Zeitpunkt der Tat beschäftigt war. Die Antragsformulare und nähere Informationen finden Sie hier.

Opfer, die als Minderjährige sexuell missbraucht wurden, finden oft erst nach Jahrzehnten den Mut, sich damit an die Staatsanwaltschaft zu wenden. Wegen der gesetzlichen Verjährungsfristen ist aber in vielen Fällen ein Schmerzensgeld oder Schadensersatz rechtlich nicht mehr durchsetzbar.

Die Katholische Kirche in Deutschland möchte auch in diesen rechtlich verjährten Fällen das Leid der Opfer anerkennen. Mit diesen materiellen Leistungen stellen die Deutsche Bischofskonferenz und die Deutsche Ordensobernkonferenz als erste Institutionen am „Runden Tisch Sexueller Missbrauch“ der Bundesregierung ein Modell zur Entschädigung der Opfer sexuellen Missbrauchs in kirchlichen Einrichtungen und Organisationen zur Verfügung.

Alle Personen, die als Minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker, Ordensangehörige oder andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dienst der Katholischen Kirche in Deutschland geworden sind, können einen Antrag auf Leistungen in Anerkennung des ihnen zugefügten Leids stellen.

Der Antrag auf Leistungen in Anerkennung des Leides wird nach Prüfung durch die Interventionsbeauftragte und ggf. den Beraterstabs über die Ansprechpersonen an die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) weitergeleitet. Dort wird der Antrag geprüft, die Höhe der Anerkennungsleistung festgelegt und ausgezahlt.

Die folgenden Schritte beziehen sich auf sexuelle Missbrauchsfälle an Minderjährigen, die in Einrichtungen oder bei kirchlichen Trägern in der Erzdiözese Köln geschehen sind. Die Erzdiözese ist darauf bedacht, den Prozess möglichst unbürokratisch zu gestalten.

Schritt 1
Um eine materielle Leistung zu beantragen, füllen Sie bitte das Antragsformular aus. Die für Sie zuständige Ansprechperson unterstützt Sie dabei gerne.

Die Antragsformulare und weitere Informationen finden Sie auf der folgenden Webseite:

> Informationen und Formulare

Schritt 2

Nach einer Prüfung des Antrages durch die Interventionsbeauftragte sowie ggf. den Beraterstab und einem Gesprächstermin mit einer der unabhängigen Ansprechpersonen für Betroffene wird der Antrag auf Anerkennung des Leids an die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) weitergeleitet. Die Bearbeitung eines Antrages erfolgt so schnell wie möglich, erfordert jedoch hohe Sorgfalt. Dies führt dazu, dass der Vorgang einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

Schritt 3

Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) prüft den Antrag und legt die Höhe der Anerkennungsleistung fest. Die materiellen Leistungen werden von der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen direkt an das Opfer überwiesen.

Für Kinder oder Jugendliche, die im familiären Bereich sexuell missbraucht wurden, gibt es seit dem 1. Mai 2013 den bundesweiten "Fonds Sexueller Missbrauch". Hier können Betroffene Sachleistungen (wie zum Beispiel Psychotherapien, Weiterbildungsmaßnahmen oder Kosten für die individuelle Aufarbeitung) beantragen.

> www.fonds-missbrauch.de