Lange Schatten - Abschluss

Abschluss - "Der lange Schatten des Krieges"

25. Juni 2015
5000 Besucher - Flucht und Vertreibung - Raum für heilsame Begegnung
 

Vor wenigen Tagen endete die Veranstaltungsreihe „Der lange Schatten des Krieges“. Rund 5000 Besucher nahmen insgesamt an den einzelnen Veranstaltungen in Köln, Bergisch Gladbach und Bonn teil. Anlass zu dieser Veranstaltung waren das Gedenken an das Ende des 2. Weltkrieges vor 70 Jahren und der Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen. In der großformatigen Reihe wurden Vorträge, Ausstellungen, Film- und Podiumsgespräche und eine Lesung geboten. In einem ökumenischen Gottesdienst wurde besonders der Kinder und Angehörigen gedacht, die während des Krieges am Wegesrand liegenbleiben mussten oder nicht bestattet werden konnten.

 

Raum für heilsame Begegnung

Ziel der Reihe war es, sowohl besonders an Frauenschicksale während des 2. Weltkrieges zu erinnern, als auch Räume der Begegnung zu schaffen für die Frauen und Männer, die als Zeitzeugen den Krieg mit Gewalt, Hunger, Verlust, Flucht und Vertreibung am eigenen Leib erfahren haben und teilweise heute noch unter den Spätfolgen leiden. Das gilt auch für diejenigen, die unbewusst durch die Erlebnisse ihrer Eltern geprägt wurden.

 

Die Organisatorin Eva-Maria Will ist sehr zufrieden: „Es ist gelungen, auf ein Thema aufmerksam zu machen, das bislang eher ausgeblendet wurde, nämlich die Langzeitfolgen, unter denen auch heute noch Hunderttausende leiden, nicht zuletzt unter den Folgen von Flucht und Vertreibung“. Der Verlust eines geliebten Menschen oder der eigenen Gesundheit, die verlorene Heimat - all das sei oft bislang noch nicht genügend betrauert worden. In zahlreichen Gesprächen, die beispielsweise im Zusammenhang des Dokumentarfilms nach den Vorträgen oder auch im Rahmen der Ausstellung  geführt wurden, zeigte sich, dass die Erinnerung an den Krieg und seine Folgen ein heilsamer Prozess sein kann. Deshalb war es folgerichtig, das Thema „Der lange Schatten des Krieges“ auch aus der Perspektive der Seelsorge und aus therapeutischer Sicht anzugehen. Aufgrund der zahlreichen Rückmeldungen, in denen das Interesse an weiteren Gesprächsmöglichkeiten geäußert wurde, sollen im Erzbistum Köln weitere Angebote geschaffen werden. Außerdem ist eine Veröffentlichung zur Veranstaltungsreihe geplant.

 

Gegen das Vergessen

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe war auch die Not der heutigen Flüchtlinge Thema. „Dabei betonten vor allem die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die als Kinder das Drama des Krieges miterlebt hatten, wie gut sie sich in die Flüchtlinge heute hineinversetzen können“, so Bettina Goebel, Leiterin der Katholischen Familienbildungsstätte Bergisch Gladbach. Sich an die eigenen Familiengeschichten zu erinnern, könne helfen, mehr Mitgefühl und Verständnis für die Flüchtlinge zu entwickeln und auch zu politischen Lösungen zu kommen. „Außerdem wird ein waches Bewusstsein für die Geschichte am ehesten dafür sorgen, dass sich bestimmte schmerzvolle Ereignisse nicht wiederholen“, so Goebel.

 

Veranstalter

Die Veranstaltungsreihe „Der lange Schatten des Krieges“ wurde unter Federführung von Eva-Maria Will, Referentin im Erzbistum Köln, geplant und durchgeführt. Hervorzuheben ist die Kooperation der Frauenpastoral des Erzbistums Köln mit zahlreichen Partnern, allen voran der Katholischen Familienbildungsstätte in Bergisch Gladbach und dem Katholischen Bildungswerk Köln.