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Adveniat-Aktion 2016: Bewahrt die Schöpfung

  • 20.12.16 14:47
  • Ina Rottscheidt
  •   Im Auftrag des Herrn

„Der maßlose Abbau von Rohstoffen, die Holzindustrie, die Ausweitung der Rinderzucht und des Sojaanbaus, der Klimawandel: Das alles hat massive Folgen für die Indígenas, die hier seit Jahrhunderten leben“, erklärt Mauricio López Oropeza. Er ist Generalsekretär des panamazonischen kirchlichen Netzwerks Repam (Red Eclesial PanAmazónica), das im September 2014 in Brasília von Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Laien aus dem ganzen Amazonasgebiet gegründet wurde und dem die Kirchen der neun Amazonasstaaten angehören. Die Idee: Angesichts der fortschreitenden Zerstörung der Natur muss die Kirche mit einer Stimme sprechen, nach grenzüberschreitenden Antworten suchen und an der Seite der Menschen stehen. Teil von Repam sind beispielsweise auch der lateinamerikanische Bischofsrat Celam, die Caritas Ecuador, aber auch das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat.

Ein klares "Ja" zum Schutz

Präsident des Netzwerkes ist Kardinal Claudio Hummes, der zugleich der brasilianischen Bischofskommission für Amazonien vorsteht und ein langjähriger Freund von Papst Franziskus ist. Er informiert den Papst regelmäßig über die Lebenswirklichkeit der Menschen im Amazonasgebiet. Gemeinsam mit Mauricio López hat Hummes im Dezember 2015 bei der Weltklimakonferenz in Paris das Anliegen von Repam in die internationale Diskussion eingebracht. Eindeutige politische Positionen bei den Themen Ökologie und Bewahrung der Schöpfung waren in der katholischen Kirche bislang selten, führten lange ein Randdasein. „Selbst hier im Amazonas war die Kirche bei diesem Thema sehr gespalten“, erinnert sich Mauricio López. Das soll sich ändern. „Papst Franziskus hat uns ermutigt, Repam zu gründen“, erklärt López. Dass der Papst nur wenige Monate nach der Gründung seine Umwelt-Enzyklika Laudato si´ veröffentlichte, nennt López einen Glücksfall. „Diese Enzyklika hat uns in unserem Weg bestärkt, gefestigt, animiert. Sie ist zu unserer Vision geworden, die wir vor Ort in die Tat umsetzen.“

Gemeinsamer Kampf

Für die Menschen in Sarayaku ist diese kirchliche Stimme ein Zeichen der Solidarität: „Bislang hat sich kaum jemand für uns interessiert“, sagt Patricia Gualinga. „Dass erstmals Bischöfe aufstehen und uns dieses Versprechen geben, ist für uns ein wichtiges Signal!“ Jetzt haben die Sarayakus einen weiteren wichtigen Verbündeten.

„Und wenn Repam innerhalb der Kirche ein Bewusstsein für unsere Nöte und Probleme im Amazonas schafft, wäre das ein großer Fortschritt!“ Dabei geht es um mehr als bloße Ökologie: Es geht um die Bewahrung eines Lebensraumes und der Schöpfung in allen ihren Facetten indigener Spiritualität. Für die Kichwa durchdringen geheiligte Geister jedes Tier und jeden Baum, jedes Wasser und sogar die Steine. Ihr Leben gestalten sie in Harmonie und Respekt vor der Schöpfung. Daran könnten sich die Menschen in den Industriestaaten ein Beispiel nehmen, findet Patricia Gualinga. Denn die Folgen ihrer maßlosen Ausbeutung, da ist sie sich sicher, bekommen irgendwann alle zu spüren. „Wir kämpfen nicht nur für unser eigenes Überleben“, sagt Patricia, „sondern für das der Menschheit und der zukünftigen Generationen.“

Bedrohte Schöpfung – bedrohte Völker. Die Adveniat-Weihnachtsaktion 2016:

Die bundesweite Weihnachtsaktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat wird am ersten Adventssonntag, 27. November 2016, im Erzbistum München und Freising eröffnet. Unter dem Motto „Schützt unser gemeinsames Haus“ setzt sich Adveniat für die ursprünglichen Völker des Amazonasgebiets ein. In den Monaten November und Dezember sind Adveniat-Aktionspartner aus Ecuador, Peru und Brasilien in den deutschen Bistümern unterwegs, um über ihre Arbeit für die indigenen Völker im Amazonasgebiet zu berichten: Spendenkonto bei der Bank im Bistum Essen, IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45.

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