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Äpfel und Haflinger - im Einklang mit der Natur

  • 23.09.17 11:20
  • Martin Mölder
  •   Kurz und Knapp

Roland Rapp ist Bio-Bauer aus Leidenschaft und er sprüht vor Begeisterung, wenn er Besuchern seinen Hof zeigen kann. Der Vater zweier Kinder hat den Hof von seinen Eltern übernommen. Damals war es ein konventionell arbeitender Hof. Das änderte Rapp sofort nach Übernahme. Drei Jahre lang dauerte die Umstellung auf den ökologischen Landbau, wie er ihn jetzt voller Überzeugung betreibt. „Wenn man Christ ist und an Gott glaubt, geht eigentlich nur Bio“, sagt er, „dann kann ich nicht mit Gift auf Pflanzen losgehen. Die Bewahrung der Schöpfung ist uns enorm wichtig hier, das gilt für die Menschen genauso wie für unsere Tiere und die Natur.“ Der Halfeshof kommt wunderbar ohne chemische Mittel aus. Die vielen Fliegen im Stall, die sein Vater noch mit Sprühflaschen bekämpft hat, sind heute kein Thema mehr, weil unter dem Dach mittlerweile rund 20 Schwalben nisten, denen die Fliegen vorzüglich schmecken. Eines von vielen Beispielen, die auf dem Halfeshof den natürlichen Kreislauf der Natur belegen.

Jakob Lebel und Rubinette

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Wer den Halfeshof betritt sieht zunächst einen kleinen Verkaufsladen mit vielen verschiedenen Sorten Apfelsaft. Sortenreinen Elstar und Rubinette in der Flasche, aber auch Apfel/Holunder in drei oder fünf-Liter-Behältern. Außerdem wachsen auf dem Halfeshof Boskoop, Jonagold und ganz alte Sorten wie Klarapfel oder Jakob Lebel.

Der biologische Obst- und Gemüseanbau bildet den Schwerpunkt der Arbeit von Roland Rapp und seinem Team. Kirschen, Zwetschgen, Zucchini, Kürbis, Mais und Kartoffeln – all das wächst auf dem Halfeshof. Rapps Augen strahlen vor allem dann, wenn er von seinen „Naturland-Mäusen- und Kids“ erzählt. Das sind Kinder ab vier Jahren, die einmal wöchentlich auf den zertifizierten „Lernort Bauernhof“ kommen, um das Leben hier kennen zu lernen, aber auch selbst mit Hand an legen, um zu säen, pflegen, düngen, ernten und die Tiere zu versorgen. Für sie und die Kita-Gruppen und Schulklassen, die regelmäßig kommen hat er auch die Tiere angeschafft, weil „ein Bauernhof ohne Tiere für Kinder tot ist“, wie er sagt. Und nicht nur die beiden Minischweine „Kleo“ und „Smarty“, auch „Nada“, die Haflingerstute, die beiden Ponys, die Kamerun-Schafe und die vier Zebu-Rinder fühlen sich auf dem Halfeshof sauwohl. Viel Arbeit ist das in Summe, aber nur sechs Tage die Woche. „Wir halten als Christen den Ruhetag ein, so schwer das manchmal fällt, aber es ist auch nötig, um die nächste Woche wieder mit vollem Akku beginnen zu können“.

AdventsZeit 2017 (c) Robert Boecker

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