(c) Markus Frädrich

Ärger, Stolz und Freude

  • 26.06.17 14:40
  • Martin Mölder
  •   Nachgefragt

Herr Frädrich, was ist Ihre Hauptaufgabe als Medienreferent der Hohen Domkirche zu Köln?

Ich bin eine Art lebendiger Wegweiser. Für Fragen aus der Öffentlichkeit rund um den Dom. Und für Journalisten und Medienvertreter, die auf der Suche nach Informationen, Themen und Interviewpartnern sind. Umgekehrt weise ich aktiv über „unsere“ Medien – also via Pressemitteilung, Webseite und Social Media – auf Dinge hin, die uns am Dom beschäftigen. Mein Job ist es, Lust auf dieses einzigartige gotische Gotteshaus zu machen. Und natürlich mache ich das nicht allein, sondern gemeinsam mit vielen Kollegen, die rund um den Dom Öffentlichkeitsarbeit betreiben.

Inwiefern braucht ein so bekanntes Gebäude wie der Kölner Dom noch mehr Öffentlichkeit?

Wenn man den Kölner Dom als Mittler versteht – als einen Ort, der einen Vorgeschmack des  Himmels auf die Erde bringt – dann kann man diese „Frohe Botschaft“ nicht engagiert genug in die Öffentlichkeit hinaustragen! Der Dom macht vor allem dann Schlagzeile, wenn ihn Nackte bestürmen oder der „Decke Pitter“ seinen Klöppel verliert. Alles legitim, aber neben dem Termin- und Sensationsjournalismus wünsche ich mir, dass der Dom verstärkt als Ort der geistlichen Erneuerung, als spirituelle Oase wahrgenommen wird.

Wen möchten Sie für den Kölner Dom begeistern?

Alle, die in ihrem Leben Inspiration, Halt und Orientierung suchen. Klingt hochgegriffen, aber der Dom bietet all das, wenn man sich offen Auges und Ohres mit ihm auseinandersetzt.  Dafür braucht man kein Theologie- und kein Architekturstudium. Man braucht noch nicht mal Gottvertrauen. Denn wer sich wirklich auf den Dom einlässt, verlässt ihn und hat Gottvertrauen im Gepäck.

Und wie?

Durch Geschichten rund um den Dom, bei deren Erzählung ich helfe oder die ich selbst erzähle, zielgruppengerecht und crossmedial. Und durch die Mitarbeit an einem Projekt, das sich mit der Perspektive des Kölner Doms auseinandersetzt und dazu dienen soll, sein Profil zu schärfen und die Öffentlichkeit noch passgenauer anzusprechen.

Was fühlen Sie, wenn Sie den Kölner Dom betreten?

Ich habe schon alles Mögliche gefühlt. Ärger über die Lautstärke und das respektlose Verhalten mancher Besucher. Faszination, weil das Tageslicht ein Fenster besonders zum Leuchten bringt. Stolz, wenn ich Touristen aus dem Ausland beobachte, deren Kinnlade gerade runterfällt. Und Freude, aktuell für das Privileg, diesem besonderen Ort mit meiner Arbeit dienen zu dürfen.

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