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"An Tagen wie diesen"

  • 04.10.17 20:46
  • Manfred Müller
  •   Kultur und Kirche

„An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit.“ Weil manche Tage im Leben einfach so großartig und einmalig sind, dass sie nie vergehen dürften. Weil man das Gefühl hat, es müsste noch mehr geben als das, was wir greifen und fassen können. Da hat man dann scheinbar noch „ewig Zeit“, nicht wahr? Was haben die Toten Hosen mit ihrem Lied doch für einen echten Knallersong gelandet. Wenn man weiß, dass Campino, der Frontmann der „Hosen“, mal zum Texteschreiben ins Kloster gegangen ist, muss man sich allerdings nicht wundern, dass in seinen Liedern ab und zu diese „spirituelle Tiefe“ aufblitzt. Es lohnt sich, den ein oder anderen Song, der im Radio auf und ab läuft, der dir einfach so nebenbei am Ohr vorbei rauscht mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Tiefe statt Oberflächlichkeit

Es muss aber gar nicht die offensichtlich religiöse Botschaft sein. Freuden und Leiden des Alltags, Auf und Ab von Beziehungen und Lebenssituationen; was das Leben Dir schenkt und was es Dir abverlangt: Das alles findet hier seinen Platz, in Pop- und Rocksongs. Und nicht selten sind es die Fragen nach dem, was dahinter steckt, Themen mit Tiefgang, die uns da begegnen: Welchen Sinn hat mein Leben? Wie gehe ich mit mir und den anderen um? Was bleibt wirklich übrig von alldem, was ich erlebe, wenn ich mal nicht mehr da bin? Was führt mich durch mein Leben? „Du musst auf Dein Herz hör'n“, rät Sido. Andere nennen es wohl das Gewissen: „Hör auf die Stimme, hör was sie sagt, sie war immer da, komm, hör auf ihren Rat. Hör auf die Stimme, sie macht dich stark, sie will, dass du's schaffst, also hör was sie dir sagt.“ („Eff“, das Projekt von Mark Forster und DJ Felix Jaehn) Herrlich, so eine Entdeckungsreise durch die Musiklandschaft. Und nachdem immer mehr deutsch gesungen wird, fällt auch die Sprachbarriere weg. Ich verstehe, was mir da erzählt wird – und mach mir so meine eigenen Gedanken darüber.

Popsongs und die Bibel

Musik ist ein wunderbares Medium, um unsere Herzen zu erreichen. „Ey da müsste Musik sein...“, singt Wincent Weiss und schmettert mit Orchester und Schlagzeug gleich die Sounds dazu. Und ich frage mich: Wo denn, wann denn? “Wenn wir uns verlieben, wenn das Leben uns umhaut und wir besoffen vor Glück sind: Müsste da nicht Musik sein?“ Na klar, besoffen vor Glück sein, das Leben und die Liebe genießen in all ihrer Fülle. Nichts anderes steht in der Bibel: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Johannesevangelium, 10,10) Also aufdrehen, mitsingen, tanzen, hinhören, nachdenken! Da ist viel mehr drin, als man oft auf den ersten Eindruck vermuten könnte. Die kleinen und großen Stars machen sich eben auch ihre Gedanken über Gott und die Welt – genau wie Du und ich. Also aufdrehen, mitsingen, tanzen, hinhören, nachdenken! Da ist viel mehr drin, als man oft auf den ersten Eindruck vermuten könnte. Die kleinen und großen Stars machen sich eben auch ihre Gedanken über die Menschen, Gott und die Welt – genau wie du und ich.

AdventsZeit 2017 (c) Robert Boecker

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