Philippinischer Gottesdienst (c) Ulrich Hennes

Ansteckende Begeisterung

  • 09.11.16 11:01
  • Ulrich Hennes
  •   Im Auftrag des Herrn

Eine Woche lang haben wir im Bukal Institut in Maryshore bei Bakalod auf der philippinischen Insel Negros intensiv gelernt: wie eine gemeinsame Vision entsteht; wie Menschen sich auf den Weg der Erneuerung durch Gottes Wort machen; wie Getaufte ihre Berufung entdecken; wie christliche Formung Gemeinschaften und Gemeinden aufbaut; wie so kirchliche Basisgemeinschaften entstehen und lebendige Zellen einer lebendigen Pfarrei werden. Dann erleben wir es live im Erzbistum Jaro auf der Insel Panay, das sich für die flächendeckende Einführung der Basisgemeinden entschieden hat.

Einmal im Monat Gottesdienst

Wir fahren auf die kleine Insel Bayas im Norden der Diözese, da wo 2013 der verheerende Taifun Yolanda den Menschen alles genommen hatte. Bayas gehört zur Pfarrei San Jose auf dem Festland. Messe gibt es hier nur einmal im Monat. Freitags. Die kleine Kapelle der Inselgemeinde ist brechend voll. Die Leute singen und beten mit ansteckender Begeisterung. Geleitet wird der Gottesdienst vom Dorflehrer, der dazu ausgebildet wurde. In schlichtem weißem Hemd zur dunklen Hose steht er vor der Gemeinde und verkündet das Evangelium. Danach hocken sich alle zusammen in kleinen Gruppen und tauschen sich über das Evangelium aus: Bibelteilen. Der Austeilung der heiligen Kommunion geht intensives Beten und Singen voraus. Die Kommunion teilt nicht der Gottesdienstleiter aus, sondern eine Frau, die die Kommunion aus der Pfarrkirche herbeigebracht hat. So werden die Gemeinschaft mit der Pfarrei und die Einheit der ganzen Kirche sichtbar.

Gelebte Gemeinschaft

 (c) Ulrich Hennes

Eine Frau sagt, wie froh sie über den Gottesdienst in der Kapellengemeinde ist. Sie hätte wie die meisten anderen auf der Insel gar nicht das Geld, um mit dem Boot zur Messe in die Pfarrkirche auf dem Festland zu fahren. Beeindruckend, wie viele da sind, vor allem wie viele Kinder. Mitreißend die Gesänge. Bewegend das Zeugnis der Menschen, die in großer Armut leben und die sich durch die Gottesdienstgemeinschaft in ihrem Glauben gestärkt fühlen. Das Leben wird dadurch noch kein anderes. Aber die Getauften entdecken die Hoffnung, aus der heraus sie ihr Leben annehmen und gemeinsam zu gestalten beginnen. Nicht überall ist es schon so wie in Bayas, wo die Gemeinde so selbstständig geworden ist. Aber viele haben sich auf den Weg gemacht, auf eine Reise, wie man im Bukal Institut sagt. Weil die gemeinsame Vision verbindet.

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