(c) Peter Angenendt

Begegnungen auf der "Blömchenswies"

  • 09.11.21, 09:55
  • Peter Angenendt
  •   Im Auftrag des Herrn

Stark befahren ist die Straße vor St. Sebastianus in Frechen-Königsdorf. Aber der Weg zur Kirche führt über eine Wiese, die vor noch gar nicht so langer Zeit von Hundebesitzern genutzt wurde. Links und rechts des Trampelpfads ein löchriger Rasen. Ein Platz, von dem man schnell wieder weg wollte. Jetzt gibt es eine Boulanlage, Schaukästen und Infotafeln. Und es blüht bis tief in den Herbst hinen. Jürgen Vosen und seine Mitstreiter haben die „Blömchenswies“ ins Leben gerufen, ein Projekt des Miteinanders und der Integration, das zudem noch gut für die Umwelt und die Biodiversität ist. Kurzum, die Bienen haben hier einen reich gedeckten Tisch: „Ja, die fühlen sich sehr wohl“, sagt Jürgen Wukasch, der im Team für alle Bau- und Bastelprojekte zuständig ist. Seine Leidenschaft ist die Imkerei und hinter Glas zeigt er Schulklassen und Passanten ein kleines Volk mit einer Königin: „Zu Hause habe ich auch einen Bienenschaukasten, da wird weniger eingetragen, weil da die Wiese nicht so ist wie hier und hier alles immer schön voll ist, da fühlen sich die Bienen wohl.“

Biodiversität – das neue Zauberwort

Einen großen Ertrag hat er mit seinen Bienen  auf der "Blömchenswies", dem Treffpunkt vor St. Sebastianus, aber auch die zwischenmenschliche Bilanz sieht gut aus. Freundschaften sind im Team entstanden, und auch wenn es mitunter viel Arbeit gibt, zumal wenn Laub eingesammelt werden muss, ist die Laune gut. Christiane Wukasch, die Frau des Imkers, genießt es, hier neue Leute kennenzulernen. Jürgen Vosen schränkt schon fast enschuldigend ein, dass die Blütenpracht vor zwei Jahren noch üppiger war. Aber: „In diesem Jahr sieht es zwar etwas verwildert aus, aber in dem Jahr haben wir einen deutlichen Beitrag zur Biodiversität. Es wirkt zwar nicht so schön, aber de für Käfer und andere Insekten ist es nützlich.“ Es gibt also von allem etwas: Nahrung für Insekten, Augenweide für Passanten, alles blüht auf, es  bewegt sich was in Königsdorf, weiß Vosen: „Und viele Leute sind im Frühjahr und Sommer gekommen und haben gefragt, wie kann ich selbst eine solche Wiese anlegen und wo bekomme ich die Samen her. Man merkt, dass die Leute interessiert sind und viele setzen sich hin und genießen die Ruhe und den Blick.“ Auf der Mauer steht eine Wanne, in die jeder Pflanzenspenden legen kann. Gabriele Bröckerath verrät, was dort alles landet. „Es kommen unterschiedlichste Sachen, manches auch, was wir nicht benötigen, weil es zu gigantisch wird. Aber gut können wir Stauden gebrauchen, die einfach im Garten zu groß geworden sind und dann abgestochen werden. Oder es kommen Blumenzwiebeln, vor allem im Spätfrühjahr, wenn sie verblüht sind und die Leute nicht wissen wohin damit. Es kommt eine bunte Mischung zusammen. Manchmal standen dort auch Gießkannen.“

Ort der Begegnung

Für Christiane Wukasch ist der Treffpunkt auch deswegen schön, weil man mit anderen ins Gespräch kommt. „Viele bedanken sich und wollen was Spenden und ja auch die Kinder sind angetan und fragen was ist das für eine Blume, das gefällt uns sehr gut.“ Im Erzbistum Köln gab es für die Aktiven der Gemeinde einen Sonderpreis in Sachen Nachhaltigkeit. Aber das ist nicht die einzige Auszeichnung, weiß Jürgen Vosen. „Wir haben zwei Preise erhalten.“ Bundesweit gab es bei einem Nachhaltigkeitswettbewerb des VRK den 1. Platz. Da ging es um ein ökologisches Projekt. „Wir wollen das Geld nutzen, um Regenwasser vom Kirchendach zur Bewässerung zu nutzen.“

AdventsZeit 2021 (c) Robert Boecker

Lesen Sie hier die aktuelle Ausgabe der AdventsZeit 2021.

Zur AdventsZeit 2021 »