Gipfelkreuz in den Alpen (c) Picturealliance_westend61_Walter-G.-Allgoewer

Das (Gipfel-)Kreuz ist das Ziel

  • 20.10.16 12:02
  • Martin Mölder
  •   Glaubensmagnete

Bereits die alten Römer brachten ihren Göttern Opfer, dort wo sie sich ihnen am am nächsten glaubten. Bereits Ende des 13. Jahrhunderts wurden Kreuze auf Bergen und Pässen errichtet. Damals kennzeichnete man Alm- und Gemeindegrenzen mit Kreuzen – auch auf den Gipfeln. Heute findet man auf den Tiroler Bergen noch solche Grenzmarkierungen. Ab dem 15. Jahrhundert errichteten Bergsteiger-Pioniere vereinzelt Kreuze auf „ihren“ Gipfeln, um Nachsteigenden zu zeigen, dass sie nicht die ersten Gipfelstürmer waren. Hochkonjunktur beim Gipfelkreuzaufstellen herrschte vor allem nach den beiden Weltkriegen: Etliche Kreuze wurden errichtet im Gedenken an gefallene und vermisste Soldaten.

Warum stehen Kreuze auf den Berggipfeln?

Das Kreuz als das christliche Symbol überhaupt steht für die Präsenz Gottes, auch an den entlegensten Stellen der Erde. Gipfelkreuze sollen auch Bergsteiger und Wanderer unter himmlischen Schutz stellen und stellvertretend für ihn sagen: „Egal, wo Du hingehst, und sei es durch Eis und Schnee und auf den höchsten Berg - Gott ist bei Dir.“ Kardinal Friedrich Wetter, früherer Erzbischof von München formulierte es bei der Einsegnung des neuen Gipfelkreuzes der Zugspitze so: „Im Auf und Ab unseres Lebens, im Drunter und Drüber der Geschichte, das uns so oft ins Wanken bringt, steht das Kreuz und gibt uns Halt.“ Für manche ist das Gipfelkreuz auch das Zeichen für die Wunder Gottes und ein Mahnmal für die notwendige Demut vor der Natur.

Gipfel- oder Wetterkreuz?

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Die Tradition der Wetterkreuze ist ähnlich alt wie die der Gipfelkreuze. Sie stehen auf Feldern, manchmal auch mitten im Wald. Findet man allerdings ein Wetterkreuz auf dem Gipfel eines Berges, kann man es vom klassischen Gipfelkreuz daran unterscheiden, dass es meist drei Querbalken hat. Vermutet wird, dass die beiden zusätzlichen Balken die magische Kraft der Kreuze verstärken und die Menschen vor Dämonen schützen sollten, die für Sturm, Hagel und Unwetter aller Art verantwortlich gemacht wurden.

Das Kreuz Christi als Wettersegen zu verwenden, bezieht sich auf verschiedene Stellen der Bibel. Unter anderem bei Matthäus: „Es wird heute ein Unwetter kommen, denn der Himmel ist rot und trübe“ (Matth. 16,3).

AdventsZeit 2016 (c) Heiko Wrusch

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