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Das Pantheon in Rom

  • 01.03.17 13:10
  • Martin Mölder
  •   Kultur und Kirche

Wer während seines Romaufenthalts als Tourist jemals an der Piazza della Rotonda aus dem Bus gestiegen ist, wird den Anblick dieses besonderen Bauwerks noch in Erinnerung haben. Das Pantheon ist von allen antiken Monumenten in Rom wohl das besterhaltene und eindrucksvollste. Marcus Vipsanius Agrippa, Schwiegersohn des Kaisers Augustus erbaute das Pantheon in den Jahren 27-25 v. Chr. Ausgrabungen in den Jahren 1996/97 belegen, dass bereits der Bau des Agrippa nach Norden ausgerichtet war und aus einer damals üblichen Tempelfassade mit einem dahinter liegenden runden Raum bestand. Eine Kuppel besaß das Pantheon damals allerdings noch nicht. Stattdessen schützte den Innenraum des damaligen Tempels vermutlich ein konisches Holzdach vor Wind und Wetter.

Warum überhaupt gebaut?

Die genaue Funktion des Pantheon in der Antike ist nicht eindeutig geklärt. Einige Quellen behaupten, dass im Tempel viele Götterstatuen gestanden hätten, darunter auch die der Venus und des Mars. Der Name "Pantheon" (griech.: allen Göttern geweiht) leitet sich möglicherweise davon ab. Bis ins Jahr 118 n. Chr. wurde der Bau Agrippas oft zerstört oder brannte nieder. Dann nahm Kaiser Hadrian den Neubau des Pantheon in die Hand und errichtet den Rundbau (Rotunde) mit tempelähnlicher Vorhalle (Pronaos). Bis auf wenige Veränderungen, blieb das Pantheon so – bis heute. Auch diese fast 1900 Jahre alte Geschichte spürt der Tourist, wenn er vor dem Pantheon steht und erst recht, wenn er es betritt.

Kuppel mit Kassettenreihen

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Die Kuppel ist mit ursprünglich vergoldeten, heute eher schlichten, aber sehr wirkungsvollen Kassettenreihen geschmückt. In jeder Reihe sind es genau 28 Kassetten, die nach oben entsprechend kleiner werden. Gemessen am Innendurchmesser ist die Kuppel des Pantheon nach wie vor die größte Kuppel der Welt. Besonders beeindruckend ist das Raumerlebnis im Pantheon, das nicht zuletzt darauf beruht, dass die Entfernung des Fußbodens zum Dach der Kuppel genau gleich groß ist wie der Durchmesser des Innenraumes, so dass man eine Kugel von 43,45 Metern Durchmesser in den Raum legen könnte.

Die von unten so klein scheinende Lichtöffnung in der Decke der Kuppel des Pantheon hat einen Durchmesser von neun Metern. Anders als es verschiedene Legenden behaupten, regnet es dadurch auch herein. Das wichtigste Baubestandteil des Pantheons ist die Rotunde, ein überwölbter Rundbau von ca. 43 m Innendurchmesser und -höhe. Die Mauern ruhen auf einem 7,50 m breiten und 4,60 m tiefen Ring aus Gussmauerwerk als Fundament. Die Außenfassade ist recht einfach gestaltet und wird lediglich durch drei Gesimse gegliedert. Es finden sich heute keine Spuren, die darauf hindeuten würden, dass die Fassade in der Antike mit Marmorplatten verkleidet gewesen wäre.

Berühmte Grabesstätte

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Seit der bekannte Maler Raffael nach seinem frühen Tod 1520 auf eigenen Wunsch im Pantheon bestattet wurde, fanden auch weitere bedeutende Persönlichkeiten hier ihre letzte Ruhestätte: Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Angehörigen des Königshauses hier begraben, König Vittorio Emanuele II. (+1878), Umberto I. (+1900) und seine Frau Margherita (+1926). Außerdem sind im Pantheon bestattet: Die Maler Perino del Vaga (1501–1547), Giovanni da Udine (1487–1564), Taddeo Zuccari (1529–1566) und Annibale Carracci (1560–1609), der Architekt Baldassare Peruzzi (1481–1536) sowie der Komponist Arcangelo Corelli (1653–1713).

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