(c) Robert Boecker

Das „Rund-um-die-Uhr-Pfarrbüro“

  • 24.08.21, 15:47
  • Lukas Bacciarelli
  •   Kurz und Knapp

Sie suchen das Gespräch mit einem Seelsorger oder wollen sich über kirchliche Angebote für Kinder und Jugendliche in Ihrer Umgebung informieren? Sie denken darüber nach, Ihr Kind taufen zu lassen? Wo kann man solche Fragen stellen, wie gelingt die Kontaktaufnahme mit einer kirchlichen Stelle und wie finde ich diejenige, die für mich zuständig ist? Oft scheitern gut gemeinte Überlegungen schon daran, dass die Öffnungszeiten der Pfarrbüros nicht mit der Berufstätigkeit vieler Frauen und Männer in Einklang zu bringen sind.

24/7 an 365 Tagen im Jahr

„Genau an dieser Stelle setzen wir an. Wir schaffen ein Angebot, auf das 24 Stunden rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr zugegriffen werden kann: das Pfarrbüro24“, sagt Dr. Werner Kleine. Der Theologe arbeitet in Wuppertal und leitet dort die City-Seelsorge. In den vergangenen Jahren haben Kleine und sein Team mit vielen ungewöhnlichen Aktionen in der Stadt Menschen, die eigentlich der Kirche fernstehen, wieder mit dem Thema Glauben und Kirche in Berührung gebracht. Nicht zuletzt diese Erfahrungen haben dazu beigetragen, dass dem Pastoralreferenten eine wichtige Aufgabe im Rahmen der Überlegungen zum Pastoralen Zukunftsweg im Erzbistum Köln übertragen wurde.  Als Leiter des Arbeitsfeldes „Kommunikation, Dialog, Öffentlichkeit“ haben er und sein Team auch überlegt, wie Strategien zur Nutzung digitaler Ressourcen entwickelt werden können. Die Onlineplattform „Pfarrbüro24“ ist eine Frucht der Überlegungen. „Damit haben wir ein Medium geschaffen, das auf sehr einfach zu bedienende Art hilft, Menschen in Kontakt mit der Kirche zu bringen“, erklärt Kleine. Vornehmliches Ziel sei es, eine ständige Erreichbarkeit kirchlicher Stellen zu ermöglichen. Natürlich sei das Pfarrbüro24 kein Ersatz für die Pfarrbüros in den Gemeinden. „Aber es ist ein weiterer Zugangsweg zur Kirche und bietet das ganze Spektrum eines Pfarrbüros.“ Die Plattform ordnet adressbezogen alle Anfragen direkt dem zuständigen Pfarrbüro zu. Dort werden diese bearbeitet, und innerhalb der nächsten 72 Stunden meldet sich jemand beim Fragesteller – persönlich.

Erste gute Erfahrungen

Inzwischen hat das Pfarrbüro24 seine Feuerprobe bestanden. Anfang Oktober bereits startete das Projekt in Wuppertal und in Teilen von Hilden. Seit Kurzem ist Pfarrbüro24 auch für den ländlichen Raum im Kreis Euskirchen „online“. „Bis das Pfarrbüro24 vermutlich ab Anfang des Jahres für alle Gemeinden im Erzbistum genutzt werden kann, verarbeiten wir hier in Wuppertal die eingehenden Anfragen“, sagt Kleine. Die Kunde der Erfolgsaussichten des Pfarrbüros24 habe sich in kurzer Zeit auch in anderen Bistümern herumgesprochen. „Inzwischen denkt man in den Bistümern Essen und Trier über eine Übernahme nach“, freut sich Kleine über die Anerkennung und den Erfolg der neuen Marke. „Mit dem Pfarrbüro24 haben wir einen wichtigen Wegweiser auf dem Pastoralen Zukunftsweg geschaffen“, ist der Theologe überzeugt und betont: „Durch das Pfarrbüro24 werden keine Stellen eingespart. Im Gegenteil: Wenn jetzt über die Onlineplattform verstärkt Anfragen eintreffen, wächst der Arbeitsaufwand in den Büros. Aber wer freut sich nicht, wenn demnächst vermehrt Anfragen nach Tauf- oder Hochzeitsterminen bearbeitet werden müssen“, sagt Kleine, der nicht müde wird, auf die Bedeutung der Pfarrsekretärinnen und -sekretäre hinzuweisen. „Sie sind die Visitenkarten der Kirche am Ort. Für mich sind diese Frauen und Männer wichtige Mitglieder des Seelsorgeteams“, betont der Theologe.

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