Basilika von Guadelupe (c) Hannah Hanisch

Das Wunder von Mexiko

  • 11.12.16 22:06
  • Hannah Hanisch
  •   Glaubensmagnete

Als ich das erste Mal im Norden von Mexiko auf dem Hügel von Tepeyac die beiden Basiliken besuchte, berichtete ich danach meiner Familie in Deutschland, ich hätte „irgendwelche berühmten Kirchen“ gesehen. Meine Mutter wusste gleich, das sind nicht „irgendwelchen berühmten Kirchen“, das ist einer der berühmtesten Wallfahrtsorte der Welt, die Basilika der Maria von Guadalupe. Seit diesem Tag war ich öfter dort und habe mich mehr mit der Geschichte der Jungfrau von Guadalupe beschäftigt, vor allem, weil sie in Mexiko im Alltagsleben sehr präsent ist. Es gibt Marienstatuen in jeder zweiten Straße und in vielen Häusern, zu Weihnachten wird ihre Geschichte in Schulen und Kindergärten aufgeführt und im Dezember, zum Jahrestag der Jungfrau von Guadalupe kommen viele Menschen, um sie zu feiern.

Kleiner Indianerjunge - große Erscheinung

 (c) Hannah Hanisch

Der Berg von Tepeyac ist der Ort, an dem die Jungfrau dem Indianer Juan Diego erschienen ist. Dort hat sie ihn gebeten, den Bischof des Ortes zu bitten auf dem Berg eine Kirche errichten zu lassen. Zu Beginn zweifelte der Bischof, doch als er ein viertes Mal erschien, mit Rosen und einen wundersamen Abbild der Jungfrau auf seinem Mantel ließ er die Kirche bauen.

Heute stehen auf dem Berg gleich zwei Kirchen. Die alte und die neue Basilika von Guadalupe. Vor ihnen ein riesiger Platz. Warum so groß? Dachte ich, als ich ihn das erste Mal sah. Alle 50 Meter gab es Toiletten Anlagen für insgesamt mehr als 40.000 Personen. Doch als der 12. Dezember kam, bekam ich eine Antwort auf meine Frage. Ich dachte vorher schon in Mexiko Stadt gibt es viele Menschen aber das war ein ganz neuer Anblick. Viele Straßen sind abgesperrt und voll von Menschen, die zur Basilika pilgern. Es gibt überall Prozessionen.

Ein Bild - viele Emotionen

 (c) Hannah Hanisch

Abgesehen von ihrer Größe ist die neue Basilika auch einfach prächtig. Sie sieht sehr modern aber trotzdem traditionell aus. Hier gibt es das Original Abbild der Maria von Guadalupe zu bestaunen. Es befindet sich im Zentrum direkt hinter dem Altar, aufgehängt auf einer festlich, goldenen Wand. In einem unterirdischen Teil der Basilika gibt es mehrere Laufbänder, die sich kreuzen.

Stellt man sich darauf kann man das Abbild durch eine Öffnung hinter dem Altar von Nahem bewundern. Es ist bemerkenswert, die Menschen zu beobachten, die sich vor dem Bild „herfahren“ lassen und nach oben starren und es zeigt, was für eine Anziehungskraft dieses wundersame Bild hat. Auf dem Bild ist die Jungfrau von Guadalupe in einem rosaroten Kleid mit einem blaugrünen Mantel zu sehen. Umringt wird sie von einem goldenen Schein. Das Gnadenbild ist so erstaunlich, da seine Machart wissenschaftlich nie geklärt wurde. Es sind keine Pinselstriche oder Farbstoffe darauf zu finden. Die Mexikaner jedenfalls sind von der Jungfrau Maria von Guadalupe bezaubert und das spiegelt dieser Ort in vollen Zügen wieder.

AdventsZeit 2016 (c) Heiko Wrusch

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