(c) Yvonne Dömling

Der Glaube trägt mich durch die Corona-Krise

  • 09.02.21, 15:00
  • Yvonne Dömling
  •   Kurz und Knapp

Oft stelle ich mir die Frage, wie es mir ohne meinen Glauben gehen würde? Vor allem in Zeiten wie diesen. Corona kam ganz plötzlich, die strengen Bestimmungen zumindest. Meine Familie und ich lieben es zu reisen. Vor Corona waren wir ständig unterwegs und wenn wir mal zuhause waren, dann haben wir oft was unternommen, waren essen, hatten Familie und Freunde zu Besuch oder waren im Fitnesscenter. All diese Dinge können wir seit März 2020 nicht mehr wirklich tun. Was ich ohne meinen Glauben tun würde?! Ganz ehrlich, ich für meinen Teil würde durchdrehen. Denn ich würde mich irgendwie wie im „Käfig“ gefangen fühlen. Doch das tue ich nicht. Klar macht es mir manchmal mehr, manchmal weniger zu schaffen, dass alles zurzeit anders ist. Vor allem ist es oft nicht einfach, denn ich habe einen Teilzeit-Job, ein Vollzeitstudium und unser Dreijähriger ist durchgehend Zuhause. Mein Mann arbeitet ebenso im Home-Office Vollzeit und studiert noch nebenbei. 

Gottesdienstbesuch tut gut

Trotzdem will ich mich nicht beschweren, denn gesund zu sein und einen Job zu haben ist keine Selbstverständlichkeit – das ist mir seit März 2020 ganz stark bewusstgeworden. Was mich da durchträgt? Ganz ehrlich – einzig und allein mein Glaube.  Seit einiger Zeit habe ich beschlossen jeden Tag einen Rosenkranz zu beten. Irgendwie habe ich mir das schon oft vorgenommen, aber ich hatte früher ironischerweise nie Zeit dafür. Ich für meinen Teil merke, dass es mir total viel Kraft gibt, für meine Familie, alle Kranken und Leidenden und für ein Ende dieser Pandemie zu beten. Sonntags gehen wir als Familie weiterhin in die Sonntagsmesse und ich bin sehr froh, dass es diese Möglichkeit gibt. Denn im ersten Lockdown ging das nicht; deshalb hatten wir im ersten Lockdown beschlossen, jeden Tag die heilige Messe anzuschauen. Das hat uns auch extrem geholfen - trotzdem ist es nicht das Gleiche. 

Andere Prioritäten

Jede Krise ist auch eine Möglichkeit etwas zu lernen. Ich für meinen Teil habe gelernt, mich sehr gut zu organisieren und den Tagesablauf viel besser zu strukturieren. Außerdem habe ich gelernt wirklich Gott zu vertrauen, dass er auf uns schaut und dass eine Hoffnung über diese Welt hinaus existiert. Dass der Tod nicht das Ende ist. Das ist etwas worüber ich nicht oft und gerne nachdenke, schließlich möchte ich lange leben, aber diese Sicherheit gibt mir sehr viel Ruhe. Was mir und uns als Familie noch sehr geholfen hat, ist die Natur. Wir gehen jeden Tag längere Zeit, meistens im Wald, spazieren. Zwar waren wir immer viel draußen, aber nicht so viel und lange wie in den letzten Monaten. Eine andere wichtige Sache, die ich gelernt habe, ist, was wirklich wichtig ist. Mein Glaube, Familie, Gesundheit und einiges mehr. Ich setze meine Prioritäten nun etwas anders. Mein Sohn ist für mich nämlich viel wichtiger als mein Studium, auch wenn dieses dann deutlich länger dauern wird. Die Zeit, die er im Kindergarten war, war vor allem meine Lernzeit. Jetzt spiele ich fast durchgehend mit ihm und es ist wirklich schön. Ich denke, man muss alles nehmen wie es kommt und mit dem Glauben sich durchkämpfen.

SommerZeit 2020 (c) Robert Boecker

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