Altenberger Dom (c) Robert Boecker

Der bergische Dom

  • 13.07.16 09:42
  • Jan Sting
  •   Glaubensmagnete

Ein Esel hat der Sage nach den Platz ausgesucht, an dem der Altenberger Dom sich als  gotisches Kleinod des Bergischen Landes präsentiert. Die Zisterziensermönche aus dem französischen Morimond sollen sich hier über die Frage zerstritten haben, wo sie denn ihr Kloster bauen wollten. Abt Berno überließ daraufhin dem Esel die Entscheidung. Er konnte damit gut leben, handelte es sich doch um ein biblisches Tier. Der Esel trabte der Legende nach also los und wurde im malerischen Dhünntal fündig. 1133 legten die Mönche hier den Grundstein. Und auf satten Wiesen steht die ehemalige Klosterkirche aus Drachenfelser Trachyt noch heute weitab allen städtischen Treibens. Bis 1511 war das Gotteshaus auch Grablege der Grafen und Herzöge von Berg sowie der Herzöge von Jülich-Berg. Obwohl es niemals ein Bischofssitz war, wird von einem Dom gesprochen. Das mag damit zu tun haben, dass der „bergische Dom“ mit dem  Kölner Dom zu den bedeutendsten gotischen Kirchen des Rheinlands zählt. Er wurde allerdings sehr viel früher vollendet. Während die Baustelle in Köln aufgrund des Geldmangels über Jahrhunderte ruhte, blühte in Altenberg die Zisterzienserabtei. Das Fenster der Westfassade ist eines der größten mittelalterlichen Kirchenfenster Europas. Schlanke Säulen und kunstvolle Kapitelle mit Ornamenten lassen den Besucher leise werden. Kontemplation stellt sich ein. Auch und vor allem, wenn die 30 Tonnen schwere Klais-Orgel mit ihren 6300 Pfeifen erklingt.

18 Märchen der Brüder Grimm

 (c) Robert Boecker

Der Altenberger Dom steht im Ortsteil Altenberg der Gemeinde Odenthal, ist aber das Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen und wird seit 1857 simultan von der katholischen und der evangelischen Gemeinde als Pfarrkirche genutzt. Im  frisch sanierten Haus Altenberg ist die Jugendbildungsstätte im Erzbistum Köln zu Hause. Bekannt  ist das jährlich stattfindende Altenberger Licht. Die Jugendbildungsstätte ist darüber hinaus  bei Klassenfahrten, Orientierungstagen, Musikfreizeiten oder Konferenzen beliebt. Der Altenberger Dom und seine Umgebung laden außerdem zum Wandern ein und unsere Empfehlung für den Sommer: Der Altenberger Kultursommer.

Zwei Kilometer entfernt liegt im Wald der Ringwall Eifgenburg, eine historisch wertvolle Anlage der Kelten. Reste alter Pulvermühlen oder uralte, denkmalgeschützten Eiben laden zu Erkundungstouren ein. Und nicht zu vergessen ist der Altenberger Märchenwald. 18 Märchen der Brüder Grimm haben hier ein Zuhause gefunden. In kleinen Häuschen werden die Geschichten erzählt und versetzen große und kleine Besucher seit 85 Jahren in Spannung. Und natürlich spielt der Esel hier ebenfalls eine wichtige Rolle. Allerdings nicht als Standortsucher, sondern als Goldesel und tragendes Tier bei den Bremer Stadtmusikanten.

Mehr zum Altenberger Kultursommer finden Sie hier:

AdventsZeit 2016 (c) Heiko Wrusch

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