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Die Säulen der Erde - Der Kampf der Dombaumeister

  • 24.05.17 18:20
  • Martin Mölder
  •   Kultur und Kirche

Es waren die Jahrhunderte des Kathedralbaus, gerade in Großbritannien. Während des 11. und 12. Jahrhunderts wurden beispielsweise die Grundsteine so bedeutender Gotteshäuser wie Notre Dame in Paris, aber auch Canterbury, Westminster Abbey und Salisbury in Großbritannien gelegt. Die besten Dombaumeister der Welt kamen damals auf die Insel, um Gott, dem Bischof der Kirche und sich selbst ein Denkmal zu setzen. In dieser Zeit spielt „Die Säulen der Erde“ und Autor Ken Follett wählte als Vorbild seiner Geschichte dann auch den Bau einer Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert. Salisbury heißt bei ihm jedoch Kingsbridge. Hier will Prior Philipp gemeinsam mit dem Steinmetz Tom Builder eine Kathedrale bauen, größer und schöner als alle bisherigen im Königreich. Aber sie stoßen auf Widerstände.

Ein brutaler Lord und ein skrupelloser Bischof

Vor allem Lord William Hamleigh und der machtbesessene Bischof Waleran Bigod boykottieren den Kathedralsbau über Jahre hinweg. Im zweiten Kapitel des Romans beispielsweise steht der Dombau in Kingsbridge auf der Kippe, als Lord Hamleigh den Arbeitern im Steinbruch der Priorei den zugesicherten Zutritt zu ihrem Arbeitsplatz mit Waffengewalt verweigern. Durch eine friedliche Demonstration mit allen Mönchen in Kingsbridge gelingt es Philip jedoch, den Steinbruch zurückzuerobern. Als Tom Builder bei einem Massaker durch den mittlerweile zum „Sir“ aufgestiegenen William Hamleigh stirbt, wächst sein begabter Sohn Jack immer mehr in die Aufgabe eines Bauliters hinein. Inspiriert durch die Liebe zu der fünf Jahre älteren Aliena entwirft und konstruiert Jack neue Methoden, um den Bau der Kathedrale zu vereinfachen und zu präzisieren, doch sein Halbbruder Alfred wird zum Nachfolger als Dombaumeister ernannt und diese personelle Fehlentscheidung hat tödliche Folgen.

Tragödie und Neuanfang

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Während der Pfingstmesse stürzt das Deckengewölbe auf die Gläubigen herab, denn das von Alfred entgegen Tom Builders ursprünglichen Plänen gebaute Steingewölbe war zu schwer. Es gibt viele Tote und Schwerverletzte. Prior Philips Tatkraft ist erschöpft. Er gibt das Vorhaben auf, eine Kathedrale zu bauen. Die Baustelle ruht, bis Jack die Idee hat, eine angeblich immer wieder weinende Madonna als Wunder Gottes auszugeben.

So nimmt Jack viele Spendengelder ein und schafft es, mit dem vermeintlichen Wunder und den gesammelten Geldern neue Begeisterung für den Dombau in Kingsbridge zu wecken. Und endlich darf Jack als Dombaumeister das Werk seines Vaters weiterführen und tatsächlich vollenden. Aber damit ist Ken Folletts rund 1200 Seiten starker Roman „Die Säulen der Erde“ noch lange nicht zu Ende.

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