Don Camillo und Peppone (c) picture alliance

Don Camillo und Peppone

  • 30.06.16 10:24
  • Martin Mölder
  •   Kultur und Kirche

Die erste Geschichte ihrer Hass-Liebe und Feind-Freundschaft gelangt relativ unspektakulär an die Öffentlichkeit. Der italienische Schriftsteller, Karikaturist und Journalist Giovanni Guareschi selbst veröffentlicht in einer kleinen satirischen Wochenzeitung die erste Erzählung des schlauen und gewitzten Priesters Don Camillo und seines Widersachers, des etwas einfältigen, aber durchsetzungsfähigen Bürgermeisters Giuseppe Bottazzi, genannt Peppone. Bereits die erste veröffentlichte Geschichte der beiden Kontrahenten ist so erfolgreich, dass Verleger Angelo Rizzoli beschließt, eine ganze Serie daraus zu machen und sie später sogar als Buch heraus zu geben. Das ist der Anfang einer Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert. Großen Anteil daran haben neben den Büchern vor allem die fünf Spielfilme, die von 1952 bis 1965 gedreht und die dank der beiden Schauspieler Fernandel als Don Camillo und Gino Cervi als Peppone nicht nur in Italien zu Klassikern werden. Im italienischen Ort Brescello, in dem fast alle Szenen der Filme spielen, steht heute ein Museum, das seit mehr als 25 Jahren an die beiden liebenswürdigen Streithähne Don Camillo und Peppone erinnert.

Freunde und Feinde

Die Po-Ebene in Norditalien kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Im kleinen Dorf Boscaccio lebt der Priester Don Camillo. Ein gutmütiger, gläubiger und meist gutgelaunter Gottesmann, dessen Privileg es ist, dass Jesus von seinem Kreuz in der Dorfkirche herab zu Don Camillo spricht. Und das ist immer wieder mal nötig, denn so gut es Don Camillo mit den Menschen meint – der Weg, den er dafür wählt ist nicht immer christlich, denn der schnell aufbrausende Priester greift zur Durchsetzung seiner Pläne schon mal zum Knüppel, zum Gewehr oder benutzt seine eigenen Fäuste. Ebenso schlagfertig ist allerdings auch Bürgermeister Peppone, der mit seiner roten Partei die Geschicke des Ortes nicht immer mit demokratischen Mitteln lenken will. Dabei ist ihm der engagierte Priester Don Camillo oft mehr als ein Dorn im Auge und manches Mal kommt es zu wortreichen und handgreiflichen Auseinandersetzungen der beiden. Dabei wollen beide meist dasselbe, nämlich das Beste für die Bewohner von Boscaccio. Nur der Weg zum Ziel unterscheidet sich meist so erheblich, dass es regelmäßig kracht. Zur Freude für Millionen von Lesern und Kino- bzw. Fernsehzuschauern damals wie heute.

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