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Einsatz für den Nächsten

  • 04.10.17 21:22
  • Martin Mölder
  •   Kurz und Knapp

Vor 70 Jahren hatte die damals erst 23-jährige Chiara Lubich in Trient die Vision, eine katholisch-geistliche Gemeinschaft ins Leben zu rufen. Nach zwei goldenen Regeln sollten die Mitglieder dieser Gemeinschaft leben und wirken. „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“ und „tue für die andern das, was du willst, das man für dich tut.“ Der Name, den Chiara Lubich der der neuen Gemeinschaft gab, kommt aus dem italienischen: „Focolare“ heißt, ins Deutsche übersetzt, eigentlich „Heim“, „Focoli“ dagegen Herd. Beide Bedeutungen sind gewollt, denn die Fokolar-Bewegung soll für die Wärme und Geborgenheit einer Familie stehen. Die Wurzeln der Bewegung liegen in der katholischen Kirche, inzwischen engagieren sich aber Christen aller Kirchen in der Fokolar-Bewegung.

Mehr als eine Idee

Kinder- und Jugendarbeit, Familienarbeit, Arbeit für ausgegrenzte und benachteiligte Menschen,  Flüchtlingsarbeit und der ökumenische und interreligiöse Dialog – all das steht auf der Agenda der Fokolar-Bewegung. Sie entwickelt eigene Plattformen dieses Dialogs, auch in der Politik, der Wirtschaft und den Medien. Wichtig ist ihr vor allem die Einheit unter den Christen und die  Verständigung der verschiedenen Religionen. Weltweit gibt es mittlerweile 63 Schulungszentren der Fokolar-Bewegung. Ende 2007 hat sie eine Universität in Loppiano bei Florenz gegründet.

Eine starke Frau

Chiara Lubich wurde 1920 in Trient, in Italien, geboren. Ihr Taufnahme ist ursprünglich Silvia. Den ersetzte sie jedoch 1943 durch Chiara, als sie das Gelübde im Dritten Orden der Franziskaner ablegte. Schon als Kind wurde Chiara Lubich mit der Auseinandersetzung zwischen Christentum und Marxismus konfrontiert: Ihre Mutter war überzeugte Christin, ihr Vater Sozialist und ihr Bruder arbeitete als Redakteur bei der kommunistischen Zeitung L’Unità. Vor allem die Kriegserlebnisse  bewegten Chiara Lubich, die Fokolar-Bewegung zu gründen. Sie erhielt 1996 den UNESCO-Preis für Friedenserziehung und 1998 den Menschenrechtspreis des Europarates. Chiara Lubich starb am 14. März 2008 in Rocca di Papa, bei Rom.

AdventsZeit 2017 (c) Robert Boecker

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