Dominikanerschwester Kerstin-Marie Berretz (c) Jan Sting

Füreinander berufen

  • 04.03.17 16:57
  • Jan Sting
  •   Nachgefragt

Schwester Kerstin-Marie, können sie in Grundzügen das Berufungscoaching erklären?

Es geht darum, eine nachhaltige Vision für sein Leben zu entdecken. Wir als Berufungscoachs sind davon überzeugt, dass jeder Mensch seine ganz eigene Berufung hat.  Von dieser gibt es eine Vision und ein Ziel. Wir helfen dabei, dem auf die Spur zu kommen, zu entdecken, welche Stärken ich habe. Das kennt man aus dem neuen Testament. Jeder hat Talente bekommen. Und die Aufgabe, mit den Talenten zu arbeiten, das ist das Ding. Auch wenn man die Berufungsgeschichten im Alten Testament anschaut, entdeckt man: Gott ruft nicht an den Bedürfnissen eines Menschen vorbei. Deswegen ist es gut, seine Bedürfnisse zu kennen.  

Welche Idee steckt hinter dem Paarseminar?

Die Idee ist, dass wir sagen, jedes Paar hat eine Berufung. Weil wir davon ausgehen, oder weil die Kirche ja sagt, es gibt ganz klar die Berufung zur Ehe. Und wenn es die Berufung zur Ehe gibt, dann muss ja jedes Paar auch eine Berufung haben. Und deswegen ist es unsere Idee, Paare zu unterstützen, ihnen dabei zu helfen, ihre ganz eigene, spezifische Berufung zu entdecken.

Jedes Paar hat sein Geheimnis ist das Seminar unterschrieben. Wie lässt es sich entdecken?  

Ich glaube, das Berufungscoaching hilft dabei, dem auf die Spur zu kommen. Jeder einzelne schaut erst einmal, wo sind meine Bedürfnisse, was sind meine Stärken? Was sind meine Sehnsüchte? Was ist meine Vision von meinem, von unserem Leben? Und dann zusammen zu schauen, was ist da die Vision? Kommt beides zusammen, dann kann ganz viel von den Stärken, Sehnsüchten, Bedürfnissen und Vision entdeckt werden.

Sie sagen, jeder Mensch ist für das Glück geschaffen. Was schlagen sie Glückssuchern vor?  

Erst einmal daran zu glauben, dass jeder für das Glück geschaffen ist. Also das ist ja ein Zitat von Johannes dem XXIII. Es fordert auf, erst mal daran zu glauben und zu vertrauen, ja wirklich, ich bin für das Glück geschaffen. Es ist immer eine Herausforderung. Es ist aber auch Geschenk, dass das Glück da ist, und dass ich es suchen kann. Und dass ich es auch finden kann. Es ist auch die Herausforderung, mit wachen Augen durch das Leben  zu gehen.

Was bedeutet es, füreinander zu brennen?

Gegenseitig füreinander zu brennen - da ist Leben, da ist Aktion, da geht etwas voran. Es zeigt die Energie. Da, wo nichts mehr brennt, muss man sich fragen, woran das liegt. Sind wir die beiden, die uns entfachen? Was hilft uns, das Feuer zu entfachen?

AdventsZeit 2016 (c) Heiko Wrusch

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