(c) Peter Angenendt

Glück, Vorsätze und warum Lachen so wichtig ist

  • 17.02.22, 10:57
  • Peter Angenendt
  •   Im Auftrag des Herrn

„Gute Vorsätze nehme ich mir schon lange nicht mehr vor. Vor allem nicht für das neue Jahr.“ Ulla Förster aus Horrem hat in der Vergangenheit immer wieder erlebt, dass ihre Pläne, im Leben etwas zu verändern, schwierig umzusetzen sind. Liegt es vielleicht daran, dass wir uns zu viel oder überhaupt etwas vornehmen? Angela Mecking aus Kerpen ist Glückscoach. Wie geht sie mit neuen Vorsätzen um? „Ich habe mir gar nichts vorgenommen“, sagt die Trainerin, die auch das Lachyoga unterrichtet. Doch viele Menschen kommen zu ihr in die Kurse, weil sie etwas ändern wollen. Und sie können etwas verändern. „Diejenigen, die es schaffen mit der Umsetzung, sind diejenigen, die regelmäßig dranbleiben und die sagen es kommt nicht darauf an, sich die Riesendinge vorzunehmen. Wie heißt es: Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, dann mache Pläne im Leben. Viel wichtiger sind kleine realistische Ziele im Alltag einzubauen.“ Sich morgens fünf bis zehn Minuten überlegen, was man Schönes machen kann, lachen oder meditieren. Das bringt schon Zufriedenheit, weiß Mecking: „Die Menschen, die zu mir kommen, wollen etwas für sich tun und Zeit nehmen, wieder in die Lebenszufriedenheit zu gelangen.“

Im Glauben Trost finden

Gibt es Rückschläge bei den Plänen, soll man sich selbst nach Ansicht der Glückscoachin dafür nicht die Schuld geben. „Und auch nicht in die Opferhaltung verfallen und sagen, alle anderen sind schuld. Man sollte sehen, dass man immer etwas Kleines verändern kann, um in die Selbstveränderung zu gehen. Ich halte es mit dem Spruch von Aristoteles: Du kannst den Wind nicht drehen, aber du kannst die Segel neu setzen.“  Ulla Förster gelingt das in kleinen Auszeiten, die sie sich im Alltag nimmt: „Wenn ich mit der Seele baumeln kann.“ Und wie gehen die Kursteilnehmer mit der Coronakrise um? „Die jetzigen Zeit ist geprägt von Angst und Stress und Unsicherheit und zum Teil auch von Einsamkeit“, sagt Mecking. „Ich glaube, dass immer mehr Menschen merken, dass viele politische und medizinische Ansichten nicht mehr ausreichen, und es neue Eigenschaften braucht, um mit Blick auf die Zukunft nicht verrückt zu werden, wir müssen nach anderen Wegen suchen, um seelisch und psychisch gesund zu bleiben.“ Und wie hält es die Glückscoachin mit der Spiritualität? „Ich bin in einem Pastorenhaushalt aufgewachsen und habe viel gehadert. Es ist wichtig, sich klar zu machen, die Institution Kirche ist nicht gleich Gott. Und steht auch nicht für alle Werte, die sie verkörpert. Kirche ist erst einmal von Menschen gemacht. von Menschen betrieben und mir hat geholfen, mir klarzumachen, dass Fehler die der Mensch macht, nicht bedeuten, dass der Glaube an Gott falsch ist. Das hilft mir in den Frieden zu kommen, im Glauben Trost zu finden.“

AdventsZeit 2021 (c) Robert Boecker

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