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Gottes Schöpfung, gute Erde

  • 01.05.17 19:54
  • Martin Mölder
  •   Im Auftrag des Herrn

Carsten Bauck ist Landwirt. Landwirt aus Leidenschaft und er sprüht vor Begeisterung, wenn er von seinen Tieren und seinem Hof erzählt. Und tatsächlich ist der Bauckhof Klein-Süstedt bei Uelzen im Nordosten Niedersachsens ein besonderer Bauernhof. Denn der Bauckhof ist ein zertifizierter Demeterhof. Rund 1400 Landwirte in Deutschland mit über 66.000 ha Land arbeiten nach Demeterrichtlinien biologisch-dynamisch. Angeregt durch Rudolf Steiners Anthroposophie und seine "Geisteswissenschaftlichen Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft" und beeinflusst durch Goethes Methode der Naturerkenntnis betrachten Demeter-Bauern ihren Hof als lebendigen, einzigartigen Organismus. Rudolf Steiner beschrieb den Boden als eine Einheit, die es u.a. unter Berücksichtigung der Mondzyklen und durch spezielle Präparate zu stärken gelte. Das passiert zum Beispiel mit der Einbringung von bestimmten Mineralien, Heilpflanzen und Dung. Dadurch wird die Fruchtbarkeit der Böden gestärkt und damit im wahrsten Sinne des Wortes das Fundament für die besondere Qualität der Demeterprodukte wie Gemüse, Obst, Milch, Eier oder Fleisch gelegt.

Nur Verwalter des Bodens

„Grund und Boden gehört nur denen die sich würdig erweisen, diesen zu bebauen und zu bearbeiten“, sagt Carsten Bauck und meint das auch so. Außer dem Boden gilt die besondere Aufmerksamkeit der Demeter-Bauern den Tieren und Pflanzen. Jede Pflanze hat ihren Sinn und ihre Daseinsberechtigung und die Tiere auf einem Demeterhof sind fast heilig, auch, wenn sie irgendwann geschlachtet werden. Die Kunst der Demeter-Bauern wie Carsten Bauck liegt darin, den Hof so zu bewirtschaften, dass Pflanzen und Tiere optimal zu den Bedingungen vor Ort passen. Seit 1932 arbeitet die Familie Bauck nach diesem Prinzip. Carstens Großvater war schon mit der Gabe vertraut, ganz ohne Dünger auf den Feldern und künstliche Zusatzstoffe im Futter der Tiere auszukommen. Und mehr noch: genau das nicht als Mangel zu empfinden, sondern als Vorteil. Carsten Bauck würde sogar sagen „als Geschenk“. Von diesem Geschenk auf dem 70 Hektar großen Land, das zum Bauckhof gehört, können vier Familien leben. Mit allen Angestellten, die bei den Hühnern, Rindern, Schweinen und im Hofladen arbeiten sind es insgesamt 40. Zum einen ernähren sie die auf dem Bauckhof direkt angebauten Nahrungsmittel, aber auch der Verkauf der Produkte mit Demeter-Logo läuft immer besser.

Nichts geht ohne Rind

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Der Mittelpunkt der Landwirtschaft a´la Demeter ist aber das Rind. Auch auf dem Bauckhof sind Kuh und Bulle das Zentrum des gesamten Bio-Kreislaufs. Denn die Kuh gibt die Milch, Basis für so viele Lebensmittel wie Butter, Käse und Joghurt, und produziert den Mist. Aufgrund ihres rein ökologischen Futters ist der ein perfekter Dünger für die Felder von Carsten Bauck. „Außerdem stabilisiert die Kuh durch ihre ruhiges Wesen den ganzen Hof und entspannt den gesamten Betrieb“, sagt der Demeter-Landwirt. Und wenn die geliebten Kühe dann doch irgendwann zum Schlachter müssen, glaubt Carsten Bauck, „dass die Seelen der Tiere den Weg auf eine nächsthöhere Ebene schaffen werden.“

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