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Interreligiöse Konferenz im Vatikan: Gemeinsam für Nachhaltigkeit

  • 19.03.19 12:45
  • Lars Schäfers
  •   Kurz und Knapp

Die Welt soll wirtschaftlich stärker, sozial gerechter und umweltfreundlicher zugleich werden. Dieses hehre Zieldreieck haben sich die Vereinten Nationen auf dem bahnbrechenden Erd-Gipfel von Rio im Jahr 1992 gegeben. Bis 2030 wollen die Mitgliedstaaten sich dieser Herausforderung nun mithilfe der „Sustainable Development Goals (SDGs), auf Deutsch „nachhaltige Entwicklungsziele“, annehmen. Dabei vertraut die UN auch auf die Unterstützung und Zusammenarbeit der verschiedenen Religionen. Um diese weiter auszuloten fand im März im Vatikan auf Einladung des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen eine internationale und interreligiöse Konferenz zu besagten Nachhaltigkeitszielen statt.

Mehr Spiritualität und Tempo

Wie können weltweit Armut und Hunger verringert, Bildung und Gesundheit verbessert und die natürlichen Lebensgrundlagen geschützt werden? Diese Fragen standen im Fokus dieses Dialogs der Religionen. Es gehe darum – so der anwesende Repräsentant der UN – mithilfe der Religionsgemeinschaften an der Graswurzel anzufangen und die Menschen jeweils vor Ort miteinzubeziehen. Im Laufe der Konferenz betonten viele Rednerinnen und Redner, dass auch der Klimawandel und seine Folgen stärker in die UN-Ziele integriert werden müssen. Konsens war außerdem, dass die Nachhaltigkeitsziele ebenso von einer spirituellen Dimension getragen sein sollten. Wie sehr die facettenreiche Weisheit der Religionen dafür ein bedeutsamer Schatz ist, der zu heben ist, zeigte sich darin, wie die Bibel den Vertretern von Judentum und christlichen Konfessionen genauso als spirituelle Quelle des Nachdenkens über nachhaltige Entwicklung diente wie der Koran für den Referenten muslimischen Glaubens oder die Veden und Upanishaden für die hinduistische Vertreterin.

Vergesst die indigenen Völker nicht

Mit den Indigenen war nicht zuletzt eine Gruppe vertreten, der Papst Franziskus bei seiner Audienz für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz besondere Wichtigkeit zugesprochen hat: Zu ihnen gehören zwar nur fünf Prozent aller Menschen, doch leisten sie beispielsweise im südamerikanischen Amazonasgebiet und in der Arktis einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz von 80 Prozent aller dort vorkommenden Arten, würdigte der Pontifex die Bedeutung der indigenen Bevölkerung für Umwelt und Natur. Was die Umsetzung der UN-Entwicklungsziele angeht, stimmte Papst Franziskus letztlich in die Mahnung mit ein, die auch auf der Konferenz zu vernehmen war: Es muss wesentlich schneller gehen, wenn wir eine Chance haben wollen, die Ziele bis 2030 wirklich zu erreichen.

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