(c) Kathrin Harms/Kindermissionswerk

Israel: Für Frieden, Respekt und Verständigung

  • 15.06.21, 16:11
  • Robert Baumann
  •   Im Auftrag des Herrn

„Es haben uns in den vergangenen Wochen viele besorgniserregende Nachrichten von unseren Partnern erreicht, die unter erschwerten Bedingungen versuchen, bestmöglich weiterzuarbeiten“, sagt  Klara Koch, Nahost-Expertin im Kindermissionswerk. „Für diesen Einsatz gilt ihnen unsere ganze Bewunderung. Sie geben die Hoffnung nicht auf und leisten weiter einen enorm wichtigen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und Stereotypen. Mit ihrer Arbeit sorgen sie für mehr Toleranz und Offenheit“, betont Koch.

Jüdische und arabische Kinder lernen gemeinsam

Dass ein gutes Zusammenleben zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen möglich ist, veranschaulichen „Hand in Hand“-Schulen in Israel Tag für Tag. Die vom Kindermissionswerk  geförderte Nichtregierungsorganisation „Hand in Hand“ macht sich dafür stark, dass Kinder unterschiedlicher Religion und Herkunft gemeinsam unterrichtet werden und dadurch früh Freundschaften schließen. Um dies zu erreichen, hat sie ein Netzwerk zweisprachiger Kindergärten und Schulen aufgebaut und organisiert gemeinsame sportliche, kulturelle und soziale Aktivitäten für jüdische und arabische Kinder und deren Eltern. „Wir stützen uns auf die Werkzeuge des Dialogs, hören den anderen zu und würdigen die Erfahrungen verschiedener Menschen. Dies sind die Werkzeuge, die die Werte Respekt, Gleichheit und Würde verkörpern und die Verständnis und Solidarität fördern“, sagt Leah Beinhaker, „Hand in Hand“-Direktorin für Ressourcenentwicklung und Strategie. „Sie ermöglichen es uns, auf dem Weg zu einer gemeinsamen Gesellschaft voranzukommen, selbst jetzt.“ Neben dem vorgeschriebenen Lehrplan vermitteln die Schulen auch eigene Inhalte, die Traditionen, Geschichte, Religionen, Werte, Kulturen und Feiertage aller Schüler gleichermaßen berücksichtigen. Der Unterricht findet auf Hebräisch und Arabisch statt. Jüdische und arabische Lehrer unterrichten gemeinsam.

„Krieg ist niemals die Antwort“

Auch das Rossing-Zentrum, ein weiterer Partner des Kindermissionswerks in Israel, macht sich für den Dialog zwischen Juden und Arabern stark. Mit einem interreligiösen Jugendbegegnungsprogramm für jüdische und arabische Jugendliche sollen Vorurteile abgebaut und die Verständigung und gegenseitige Achtung gefördert werden. Zum Konflikt in Nahost sagt Dr. Sarah Bernstein, Direktorin des Rossing-Zentrums für Bildung und Dialog: „Dieser Kreislauf der Gewalt ist nicht der Weg, um unsere Konflikte zu lösen. Er dient nur dazu, die Situation zu verschärfen und Schmerz zu verursachen. Bestimmte Gruppen in diesem Konflikt möchten, dass wir die Vielfalt um uns herum fürchten und den ‚Anderen´ als ewigen Feind betrachten. Diese ‚Wir gegen die Anderen´-Mentalität wird nur zu mehr Gewalt und Intoleranz führen und uns weiter von einem nachhaltigen Frieden entfernen.“

SommerZeit 2020 (c) Robert Boecker

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