Kardinal Rainer Maria Woelki und das Kölner Dreigestirn 2017 (c) dpa_Federico-Gambarin

Kirche Alaaf, Glauben Helau!

  • 21.02.17 11:59
  • Martin Mölder
  •   Kurz und Knapp

„Dat hätt der Pastur su jot jemaaht, jetz weed dä unsere Feld-Kaplon.“ Übersetzt: Das hat der Pastor so gut gemacht, jetzt wird der unser Feld-Kaplan. Das sagte 1986 der Präsident des Reiterkorps Jan von Werth in Köln dem katholischen Pfarrer Prof. Gerhard Herkenrath, nachdem der das Tanzpaar des Traditions-Karnevalsvereins getraut hatte. Diese Hochzeitsmesse war die erste von Gerhard Herkenrath, die er komplett auf kölsch gehalten hat. Lieder, Gebete, Lesung, Evangelium, Predigt und auch die Eucharistie – alles in Kölner Mundart. Dem Brautpaar gefiel das und auch der Rest der Hochzeitsgäste war begeistert von der Art wie Gerhard Herkenrath die in der Wahrnehmung vieler Christen zum Teil veralteten und verstaubten Texte der Gottesdienst-Ordnung durch eine Sprache ersetzte, die gerade in den Stadtvierteln von Köln immer noch gesprochen wird.

Mundart für die Seele

„Sie können auf kölsch so vieles so viel einfacher und herzlicher sagen, als auf hochdeutsch“, sagt der 81-jährige, „die kölsche Sprache findet einen viel direkteren Weg zum Herzen und zu der Seele der Menschen und genau das wollen wir ja auch mit der Botschaft Christi erreichen. Deshalb halte ich so gerne Messen op kölsch, auch wenn das manchem in den oberen Etagen des Bistums nicht gefällt.“ Pfarrer Gerhard Herkenrath wurde vom früheren Generalvikar des Erzbistums Köln, Dominik Schwaderlapp, einem persönlichen Gespräch sogar gebeten, die Gottesdienste in Kölner Mundart zukünftig doch sein zu lassen. „Er hat mir das ans Herz gelegt und ich habe ihm gesagt, dass es da gut liegt“, erzählt der Feldkaplan des Reiterkorps Jan von Werth und gleichzeitig auch „Funkepastur“ der Roten Funken sowie Regimentspfarrer der Blauen Funken. In all diesen Funktionen und Ehrenämtern hat Gerhard Herkenrath mit dem Thema „Kirche und Karneval“ das ganze Jahr über zu tun, nicht nur in der Session vom 11.11. bis Aschermittwoch.

Kirchenferne Menschen erreichen

 (c) Blaue Funken

Schon oft ist er nach Gottesdiensten in Kölner Mundart angesprochen worden und hat Sätze gehört wie: „Herr Pastur, esu määht Kirche widder Spass. Ich weed ze Huss noch ens övver ihr Predich nohdenke.“ Übersetzt: Herr Pastor, so macht Kirche wieder Spaß. Ich werde zu Hause noch einmal über ihre Predigt nachdenken. Das freut den gebürtigen Siegburger und motiviert ihn zugleich, weiterhin Anfragen nach Hochzeiten, Beerdigungen und Taufen in kölscher Sprache positiv zu beantworten.

Dazu kommen seit einigen Jahren auch einmal im Jahr Besuche jeweils mit den mit den Roten und Blauen Funken des Friedhofs „Melaten“ in Köln, um der Toten der Traditionskorps zu gedenken.

Lesen Sie am Karnevalssonntag, 26.02.2017 den zweiten Teil unserer Reportage hier im Blog „AusZeit“.

AdventsZeit 2016 (c) Heiko Wrusch

Lesen Sie hier die aktuelle Ausgabe der AdventsZeit 2016.

Zur Adventszeit 2016 »