(c) picturealliance_prisma

Kloster Einsiedeln

  • 20.06.17 21:40
  • Martin Mölder
  •   Glaubensmagnete

Diese Geschichte geht zurück bis ins Jahr 835. Damals soll sich der Benediktinermönch Meinrad in die Einsamkeit der idyllischen Landschaft am Nordufer des Sihlsees zurückgezogen haben. 26 Jahre soll Meinrad dort unter ärmlichsten Bedingungen als Einsiedler gelebt haben bis ihn 861 der Legende nach zwei Landstreicher erschlugen. Das sollen zwei Raben beobachtet haben. Sie verfolgten die Mörder und sorgten dafür, dass sie vor Gericht gestellt wurden. Diese Geschichte wirkt auch mehr als 1100 Jahre später noch nach. Zum einen verdankt der heutige Ort genauso wie das Kloster dem einstigen Einsiedler Meinrad seinen Namen und zum anderen zieren die beiden gerechtigkeitstreuen Raben das rote Wappen der Gemeinde Einsiedeln.

Brände und Neubauten

In der langen Geschichte des Benediktinerordens Einsiedeln hat sich das Kloster mehrfach verändert. Nach dem ersten Klosterbrand von 1029 wurde eine dreischiffige Basilika mit einer Krypta errichtet - die Grundform für den späteren Barockbau. Noch dreimal in den kommenden Jahrhunderten stand die Kirche des Klosters in Flammen oder zumindest Teile davon. Mit dem Bau des heutigen barocken Gotteshauses wurde im 17. Jahrhundert nach den Plänen von Caspar Moosbrugger begonnen. Das Deckenfresko der Brüder Asam ist das grösste der Schweiz. Damals war die Macht und der Einfluss des Klosters Einsiedeln groß, es war das Zentrum der katholischen Christen in der Schweiz. Zumal seit seiner Gründung im Jahre 1130 das Benediktinerinnenkloster Fahr bei Zürich zur Abtei Einsiedeln dazugehört. Zusammen bilden sie das weltweit einzige noch erhaltene Doppelkloster im Benediktinerorden. Rund 80 Mönche und 25 Nonnen leben heute noch in beiden Klöstern nach der Lehre des Heiligen Benedikt. Die Wallfahrt nach Einsiedeln hat ihren Ursprung in der Engelweihlegende. Am 14. September 948 soll Jesus, begleitet von Engeln und Heiligen die damalige Kapelle geweiht haben, die an der Stelle errichtet wurde, an der Meinrad gebetet und meditiert hatte. Bis heute sind jedes Jahr rund um den 14. September alle Pilgerherbergen in Einsiedeln belegt.

Schwarze Madonna von Einsiedeln

 (c) picturealliance_prisma

Das spätgotische Gnadenbild der schwarzen Madonna steht in der Gnadenkapelle im westlichen Eingangsbereich der Klosterkirche. Sie ersetzte Mitte des 15. Jahrhunderts das ursprünglich romanische Gnadenbild, das beim Brand von 1465 zerstört wurde. Die schwarze Hautfarbe stammt vom Russ der Kerzen und Lampen, die vor der Figur brannten. Als die schwarze Madonna 1803 in Österreich restauriert wurde, legte der Künstler die ursprüngliche Farbe frei und bemalte sie wieder fleischfarben. Ein Aufschrei in der Schweizer Bevölkerung war die Folge und prompt wurde die Madonna schwarz übermalt.

SommerZeit 2017

Lesen Sie hier die aktuelle Ausgabe der SommerZeit 2017.

Zur SommerZeit 2017 »