(c) Robert Boecker

Kräutergarten Bornheim: Lavendel, Oleander, Jasmin

  • 29.01.21, 10:06
  • Jan Sting

Der Ohrenkneifer hat sein Haus im umgestülpten Blumentopf. Gefüllt mit Stroh, fixiert mit Draht, ist der Unterschlupf das ideale Insektenhotel. Es steckt auf einem Holzpflock am Frère-Roger-Platz, dem Kirchgarten der Bornheimer Gemeinde St. Servatius im Rhein-Sieg-Kreis. Doch der Ohrenkneifer kneift nicht in unsere Lauscher. Als nachtaktiver Allesfresser futtert er viel lieber Blattläuse. Das macht ihn für Monika Lorenz interessant, die eine Ausbildung als „Diplom-Krautfrau“ hat. „Der Ohrenpitscher ist besser als Chemie“, sagt Lorenz. Mit Engagementförderin Arianita Mölder hatte sie vor einem Jahr die Idee, einen Heilkräutergarten hinter der alten Kirche anzulegen. Beim Umgraben und Pflanzen über mehrere Wochen halfen und helfen bis heute 30 Ehrenamtliche aller Generationen sowie Gäste und Mitarbeiter des Hauses „Hannes“, einer Einrichtung der Malteser und Johanniter für psychisch Erkrankte.

Die gute Artischocke

 (c) Robert Boecker

Ein kirchlich motiviertes Handeln zur Bewahrung der Schöpfung zu fördern, ist das Ziel. Profi- oder Hobbygärtner, Pfadfinder, Messdiener und Demenzkranke sind dabei. In Bornheim gedeihen Küchenkräuter wie der kleine Wiesenknopf, mediterraner Strauchoregano, Lavendel oder Salbei. „Wir sind nachhaltig und nutzen, was an Ressourcen da ist“, betont Krautfrau Monika Lorenz. „Die alten Rosen blühen an neuem Platz. Den Rindenmulch haben wir aus den Rabatten gekratzt.“ In den unterschiedlichen Abteilungen des Kräutergartens gibt es Heilpflanzen wie die Artischocke für die Verdauung oder das Gänsefingerkraut für die Nerven.

„Jeder hilft, den Garten in Schuss zu halten, und ich kläre über die Kräuter auf“, sagt Lorenz. Mulchwege schlängeln sich zwischen bunten Palisaden aus Flaschen, die mit dem Hals in der Erde stecken. Auch diese Form des Upcyclings passt zum Umweltschutz- und Schöpfungsgedanken im Kräutergarten hinter der Kirche St. Servatius in Bornheim.

Umweltschutz im Erzbistum Köln

Die Stabsstelle Umweltmanagement unterstützt das Erzbistum Köln auf dem Weg zur klimaneutralen und schöpfungsfreundlichen Kirche; dies umfasst die Bereiche Gebäude, Energie, Beschaffung, Artenvielfalt und Mobilität. Ein Aufgabenschwerpunkt ist die Reduzierung der CO2-Emissionen im Gebäudebereich: Beim Heizungs-Check in kircheneigenen Gebäuden werden Heizungen auf ihren Zustand und eine effiziente Einstellung überprüft und gegebenenfalls weitergehende Maßnahmen zur Energieeinsparung empfohlen. Auch die Beratung für die Erzeugung von erneuerbaren Energien (zum Beispiel Photovoltaik auf dem Dach eines Pfarrzentrums) erfolgt durch die Mitarbeitenden in der Stabsstelle. Mit der Durchführung von Biodiversitäts-Checks soll ab Frühjahr 2021 die Artenvielfalt auf kirchlichen Flächen (Pfarrgärten, Friedhöfe etc.) gefördert werden. Gefördert wird außerdem die nachhaltige Mobilität für Gruppenveranstaltungen katholischer Träger im Erzbistum Köln durch Nutzung des „BistumsTickets“ im Geltungsbereich von VRS und VRR.

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AdventsZeit 2021 (c) Robert Boecker

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