Zentrum Papst Johannes Paul II. (c) Angela Kunze

Krakauer Kirchenkomplex für Entdecker

  • 18.07.16 10:31
  • Angela Kunze
  •   Glaubensmagnete

Karol Józef Wojtyła wurde am 18. Mai 1920 im polnischen Wadowice geboren. 1978 wurde er zum Papst ernannt und nahm den Namen Johannes Paul II. an. Das ihm geweihte Zentrum in Krakau befindet sich seit 2008 im Bau. Bis zum 26. Juli müssen die Bauarbeiten fertig sein, denn dann werden hunderttausende von jungen Menschen im Rahmen des Weltjugendtages an diesen Ort pilgern, um den Spuren des Papstes zu folgen.

Das Zentrum liegt auf einem Hügel, in dem Stadtteil, in dem Karol Wojtyła während des Zweiten Weltkrieges als Fabrikarbeiter gearbeitet hat. Es besteht aus einer Kirche, einem Museum, einem Konferenz- und Freiwilligenzentrum und dem Institut für kulturübergreifenden Dialog. Zudem gibt es ein Pilgerhaus und ein Hotel für die Gäste.

Intensive Einblicke

Wer das Zentrum von Papst Johannes Paul II. besucht, wird unweigerlich in sein Leben hineingenommen: Im Museum befinden sich neben persönlichen Gegenständen des Papstes, wie zum Beispiel seiner Skiausrüstung, auch eine Nachbildung seines schlicht gestalteten Krakauer Schlafzimmers. Ein sehr leidvoller Moment im Leben von Karol Wojtyła wird durch die weiße Soutane sichtbar, die er während eines Attentates am 13. Mai 1981 trug. Er überlebte das Attentat nur knapp; die blutbefleckte Soutane ist heute in der oberen Kirche des Zentrums zu sehen – „obere“ Kirche deshalb, weil sich unter ihr eine zweite Kirche befindet. Diese zweite Kirche ist von ihrer Architektur her einzigartig: Sie besteht aus einem achteckigen Raum, in dessen Mitte ein Altar mit einer Blutreliquie des Papstes steht. An den Wänden hängen Gemälde, die die verschiedenen Marien-Wallfahrtsorte zeigen, die Johannes Paul II. im Laufe seines Lebens besucht hat: Fatima, Lourdes, Mariazell, Altötting, Tschenstochau und Kalwaria Zebrzydowska. Auf einem Bild ist sogar Kardinal Joseph Ratzinger zu sehen, der spätere Papst Benedikt XVI.

Kreative Kapellen

Die Kirche ist umgeben von einem Rundgang, der Zugang zu zahlreichen Kapellen gewährt. Diese ermöglichen, dass mehrere Gottesdienste zur gleichen Zeit gefeiert werden können. Jede Kapelle hat einen eigenen Stil und eine eigene Thematik: So ist beispielsweise eine Kapelle dem heiligen Jakobus geweiht und erinnert durch den muschelförmigen. Altar an den Jakobsweg, eine andere Kapelle ist aus Salz gebaut, auch die Figuren sind aus Salz geschlagen. Grund dafür ist die ehemalige Salzmiene in Wieliczka, die sich nicht weit entfernt von Krakau befindet. Wer die Kapellen besucht, dem wird zudem eine große weiße Marmorplatte auffallen: Diese Platte befand sich bis zur Seligsprechung des Papstes auf seinem Grab in Rom, 2011 wurde dieses in den Petersdom verlegt und die ehemalige Grabplatte nach Krakau transportiert, der Stadt, in dem Karol Wojtyła zunächst als Student, dann als Professor und später als Erzbischof gelebt hat.

SommerZeit 2017

Lesen Sie hier die aktuelle Ausgabe der SommerZeit 2017.

Zur SommerZeit 2017 »