Das Museum Kolumba in Köln (c) Robert Boecker

Kunst, Kirche, Köln? Kolumba!

  • 27.06.16 10:56
  • Birgitt Schippers
  •   Kultur und Kirche

"Zumthor, das hat Nerven gekostet, viel Nerven", rief Joachim Kardinal Meisner am Tag des Richtfests am 1.10.2003 dem Schweizer Architekten Peter Zumthor zu. Denn es wurde um jeden Stein, jedes Fenster und jedes Detail der Innenausstattung gerungen. Heute ist allen klar: das Wagnis der Kirche, einen kostbaren, aber auch kostspieligen Museumsraum zu schaffen, hat sich bewährt. Denn in den klaren Räumen mit den langen Treppen und durch die großen Lichtfluchten mit natürlichem Tageslicht werden Besucher von einem innovativen Museumskonzept überrascht.

0815? Nein Danke!

Schon beim Betreten des Museums erleben die Neuankömmlinge etwas Ungewöhnliches – ihnen wird persönlich die große, schwere Glastür geöffnet. In welchem großen Museum dieser Welt hat man so etwas schon erlebt? Auch der mit Hölzern ausgelegte Garderobenraum mit Schließfächern ist alles andere als gewöhnlich und lädt ein, ohne Taschen und Mäntel den Alltag hinter sich zu lassen. Ebenfalls besonders: Kolumba ist ein Museum auf Augenhöhe, das ohne Schilder an den Kunstwerken auskommt. Jedem Besucher wird zugetraut, allein durch genaues Hinschauen, durch den stummen Dialog mit den Kunstwerken im Raum, etwas Großes zu erleben, ins Nachdenken zu kommen und etwas Wichtiges zu verstehen. Dafür braucht es kein kunsthistorisches Wissen, so die Überzeugung der Museumsmacher.

Wechselnde Ausstellungen

Das Museum Kolumba in Köln (c) Robert Boecker

Mit großer Sorgfalt wählt das Ausstellungsteam von Kolumba jedes Jahr Kunstwerke aus ihrem Bestand zu einem bestimmten Thema aus und setzt religiöse Werke wie Altarbilder oder Madonnen den Objekten moderner Kunst gegenüber. Für die Kölner Opernintendantin Dr. Birgit Meyer ist es "verblüffend", wie es den Ausstellungsmachern gelingt, unsichtbare Linien zwischen den alten und neuen Kunstwerken zu schaffen: "Das schafft ein Eintauchen in eine andere Welt, ein meditatives Erlebnis, das einen ganz plötzlich überfällt". Für den Kabarettisten Konrad Beikircher ist Kolumba der Beweis dafür, dass man "auch in einer so seichten Zeit wie heute nicht pessimistisch sein braucht: Menschen wollen – vielleicht mehr denn je – nachdenken, in die Tiefe gehen, sich anregen und trösten lassen. So gesehen ist Kolumba vielleicht einer der wichtigsten Orte in Köln."

AdventsZeit 2016 (c) Heiko Wrusch

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