Gundula Gause (c) ZDF_Kerstin Bänsch

"Liebt einander, vergebt Euch - und haltet Frieden"

  • 13.08.16 15:40
  • Martin Mölder
  •   Nachgefragt

Frau Gause, Sie werden in Ihrem Beruf täglich mit Katastrophen, Tod und Trauer konfrontiert. Welche Meldungen machen auch Sie betroffen?

Es sind die Nachrichten von Terror und Gewalt, die in den vergangenen Wochen und Monaten sich häuften: immer wieder Anschläge in Frankreich, im Irak sowie die Reihe von Gewalttaten in Deutschland. Würzburg, München, Reutlingen und Ansbach – in diesen Orten geschah in nur einer Woche ein Verbrechen nach dem Anderen. Die Täter waren allesamt junge Männer, die offenbar den Grund unter den Füßen verloren hatten, die wohl auch aus psychischen Motiven heraus sich radikalisieren ließen und Gewalt ausübten, in einem in diesen Zeiten in Deutschland bislang unbekannten Ausmaß.

Wie wichtig ist Ihre Familie für Ihr seelisches Gleichgewicht?

Meine Familie ist mir mein Heimathafen, die Basis für Alles. Die Familie ist mir sozusagen der Nukleus für alle Aktivitäten. Hier fühle ich mich geborgen und aufgehoben.

Gibt es bei Ihnen zu Hause feste religiöse Rituale?

Na, so ganz feste Rituale pflegen wir leider nicht. Jeder betet zur Nacht für sich, - vielleicht nicht jede Nacht, aber wohl dann, wenn das Bedürfnis besteht. Und von Seiten meines Mannes ist das Tischgebet "Alle Augen warten auf Dich…" an unseren Familientisch getragen worden. Auch bemühen wir uns, so oft es geht, des Sonntags in den Gottesdienst zu gehen, was wir aber nur ein, zwei Mal im Monat schaffen. Zudem haben die religiösen Feiertage bei uns in der Familie schon ihre Bedeutung in dem Sinne, dass man sich des Rahmens, der dadurch gegeben ist, bewusst ist.

Sie engagieren sich u.a. für das katholische Hilfswerk missio. Warum?

Das ist mittlerweile eine lange Geschichte: ursprünglich bat mich einer meiner Schwager, der seinerzeit missio-Diözesanreferent im Bistum Trier war, darum. Da ich nach Möglichkeiten suchte, das „Nebenprodukt Bekanntheit“ meiner Moderationstätigkeit ehrenamtlich sinnvoll zu nutzen, sagte ich zu, - auch weil ich von missio überzeugt war und bin: die Unterstützung von Ordensleuten weltweit, die das Evangelium leben und ohne Missionseifer in christlicher Nächstenliebe für den Anderen da sind, ist gelebtes Christentum.

Was gibt Ihnen der Gottesdienstbesuch?

Frieden und Ruhe - einen Impuls für die Woche, einen neuen Gedanken ebenso wie gute Begegnungen mit offenen und freundlichen Gemeindemitgliedern.

Gibt es eine Lieblings-Bibelstelle von Ihnen?

Das ist und bleibt Psalm 23: "Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser…" Darin kommt Geborgenheit im Glauben zum Ausdruck – und wenn man sich dahin gibt, eine gewisse Unabhängigkeit im Geist sowie in realiter.

Was würde Jesus wohl sagen, wenn er zu uns auf die Erde käme?

Liebt einander, vergebt Euch – und haltet Frieden!

AdventsZeit 2016 (c) Heiko Wrusch

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