(c) Robert Boecker

Malteser: Wenn Träume wahr werden

  • 06.07.21, 15:47
  • Martin Mölder
  •   Im Auftrag des Herrn

Er kommt nicht für den Notfall. Er erfüllt Wünsche: ein Krankenwagen der Malteser. Seit fünf Jahren fährt er kreuz und quer durch Deutschland – und er macht Freude. Lukas hat ihn erlebt. Er war selig. „So glücklich habe ich ihn selten gesehen.“ Nicole Krell spricht auch ein Jahr nach der Lokfahrt ihres Sohnes noch voller Dankbarkeit und Freude über diesen besonderen Tag. Denn Lukas ist nicht einfach in einem Waggon mitgefahren, sondern er saß im Führerhaus, eben „Lukas, der Lokomotivführer“. Dabei war das Jim-Knopf-Buch für den mittlerweile 19-Jährigen gar nicht der Auslöser seiner Begeisterung für Eisenbahnen, sondern die Fernsehserie über die kleine Lokomotive „Thomas und seine Freunde“. Einmal selbst eine Lok fahren, das war Lukas´ großer Herzenswunsch. Der ist dem jungen Mann, der seit Geburt am Dravet-Syndrom leidet, einem Gendefekt, der eine geistige Behinderung und zum Teil schwere epileptische Anfälle nach sich zieht, erfüllt worden – vom „Herzenswunsch-Krankenwagen“ der Malteser. Seit fünf Jahren fährt der durch ganz Deutschland. Speziell geschulte Rettungssanitäter, Ärzte, Palliativ-Mediziner, ambulante Malteser Hospizdienste, Einsatzkräfte und viele ehrenamtliche Helfer erfüllen dabei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit einer oft lebenszeitverkürzenden Schwersterkrankung einen besonderen „Reisewunsch“.

Emotionale Momente und Begegnungen

Mehr als 80 Ausflüge haben die ehrenamtlichen Helfer, wie Johannes Pütz, allein in der Erzdiözese Köln absolviert. Der 23-Jährige hat bereits seinen Freiwilligendienst bei den Maltesern absolviert und begann später, dort hauptamtlich als Rettungssanitäter zu arbeiten. Den Job als „Herzenswunsch-Krankenwagen-Fahrer“ macht er außerdem ehrenamtlich. Er ist von Beginn an dabei und, wie er selbst sagt, vor allem motiviert durch den Malteser-Leitsatz „Tuitio fidei et obsequium pauperum“, übersetzt: Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen. „Ich finde es großartig, hier etwas zu erleben, was man sonst im Rettungsdienst nicht erlebt. Wir haben hier Zeit für die Menschen, lernen sie und ihre Lebensgeschichte kennen. Nicht nur wir schenken den Menschen einen besonderen Tag, auch wir bekommen sehr viel zurück“, sagt Pütz. Dass der von Kölner Unternehmern komplett gespendete „Herzenswunsch-Krankenwagen“ speziell für diese Aktion gebaut und deshalb ganz auf die Bedürfnisse der Schwerstkranken abgestimmt wurde, findet der junge Mann großartig. Auch die Schauspielerin und Patin der Aktion, Marie-Luise Marjan, ist begeistert vom Wagen und seiner Mission: „Was die Malteser hier vollbringen, hat schon etwas Engelhaftes. Zum Teil todkranken Menschen ihre letzten Wünsche zu erfüllen, ist mit das Wunderbarste, was man tun kann.“ Deshalb ihr Appell: „Bitte unterstützen Sie die Aktion Malteser Herzenswunsch durch eine Spende, damit weiterhin vielen schwersterkrankten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein ganz besonderer, oft letzter Reisewunsch mit dem ,Herzenswunsch-Krankenwagen‘ erfüllt werden kann.“ 

Alle Informationen zum „Herzenswunsch-Krankenwagen“ gibt es hier:

AdventsZeit 2021 (c) Robert Boecker

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