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Michael, Raphael, Gabriel und...

  • 17.09.17 20:07
  • Martin Mölder
  •   Im Auftrag des Herrn

Michael, Rafael, Gabriel – diese drei Namen fallen den meisten gläubigen Menschen sofort ein, wenn sie nach Erzengeln gefragt werden. Vielleicht zählt aber einer auch noch Uriel dazu. Und genau da scheiden sich die Geister. Aber von vorne: Das Wort Erzengel stammt aus dem Griechischen und Lateinischen. Es bedeutet so viel wie "Vorsteher" oder "höchster Engel" und außer dem Christentum kennt auch der Islam und das Judentum Erzengel. Manche Theologen benutzen für Erzengel auch das Wort „Engelsfürsten.“ Davon werden  im Alten Testament fünf oder sechs erwähnt. Besonders häufig taucht der Erzengel Michael auf. Allein im Buch Daniel wird er dreimal erwähnt. Aber auch im Neuen Testament ist der Erzengel Michael der populärste unter allen Erzengeln. Beispiel Judasbrief (1,9): "Als der Erzengel Michael mit dem Teufel über den Leichnam des Mose stritt, wagte er nicht, den Teufel zu lästern und zu verurteilen, sondern sagte: Der Herr weise dich in die Schranken." Aber wie viele Erzengel gibt es nun wirklich? Rafael Michael und Gabriel scheinen in allen Überlieferungen als Erzengel gesetzt zu sein. Um die anderen vier Plätze bewerben sich gleich mehrere Engel, von denen in verschiedenen Quellen berichtet wird: Uriel, Inias, Adin, Saboak, Simiel, Raguel, Barachael und Pantasaron.

Streit um Uriel

Um Uriel gab es immer wieder Zank in der katholischen Kirche. Im Jahre 745 verurteilte die Synode von Rom unter Papst Zacharias ein Gebet, das die sieben Erzengel anrief, unter ihnen auch Uriel. Papst Zacharias bestimmte daraufhin, dass nur noch die drei biblisch bezeugten Erzengel Raphael, Michael und Gabriel als Erzengel verehrt werden dürften. Interessant ist, dass Uriel gemeinsam mit Rafael als einziger Erzengel“ auch im Judentum auftaucht. Chamuel, Haniel, Jophiel, Raguel, Sariel, Ramiel und Zadkiel ergänzen hier die Erzengelmannschaft. Der Islam kommt dagegen mit vier Engeln aus. Sie heißen Israfil, Azrael, Dschibril und Mika'il.

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