(c) Annegret Kastorp

Mit dem Lastenrad als Lotsenpunkt unterwegs

  • 01.06.22, 14:09
  • Annegret Kastorp
  •   Im Auftrag des Herrn

Ein wunderschöner Tag im Mai. Wir stehen mit dem Lastenrad des Lotsenpunktes unter der alten Linde in Hersel, direkt vor der Katholischen Kirche St. Aegidius. Passanten kommen vorbei, unsere „Trefferquote“ ist hoch. Fast alle, die wir mit einem freundlichen Lächeln zu einer Tasse Kaffee und einem kleinen Gespräch einladen, bleiben stehen. So erfahren wir, dass die Melodie des Kirchenliedes „Fest soll mein Taufbund immer stehen“ von Chrysant Joseph Bierbaum komponiert wurde. Ur- Herselern mag dies längst bekannt sein. Wir lernen etwas Neues. Bierbaum lebte von 1789 bis 1868, war zunächst Kaplan in St. Remigius in Bonn, von 1832 an Pfarrer und später dann Dechant von Hersel.

Wir treffen eine Mitarbeiterin der Pfarrcaritas, die empfiehlt, uns donnerstags an die evangelische Kirche zu stellen, wenn die LebEKa ihre Lebensmittelausgabe hat. Dort würden wir sicher Menschen treffen, denen ein offenes Ohr oder ein wohlgemeinter Rat guttun würde. Ein Herr mit Rollator erzählt uns von seinen früheren Aktivitäten und als ein Herr in einem Auto mit offenem Verdeck vorbeifährt, diskret hupt und freundlich grüßt, erklärt er, dass dies sein Auto war, nun sei es verkauft. Man merkt schnell: die Menschen kennen sich, hier in diesem Rheindorf mit seinen rund 4.800 Einwohnern. Doch für ihn findet soziales Leben nicht nur in Hersel statt: nächsten Freitag ist er zum Skat spielen in Bornheim verabredet. Da kommt er in seinem Alter zu Fuß nicht mehr hin, aber für eine Mitfahrgelegenheit ist schon gesorgt.

Für alle da, für alles offen

Das nächste Gespräch führen wir mit einem ehemaligen Mitarbeiter einer Bundesbehörde. Jetzt im Ruhestand geht er seinen Hobbies nach und hat ein Ehrenamt gefunden, das ihn ausfüllt. Er begleitet Menschen in der letzten Lebensphase und erfährt in diesem Kontakt, wie reich das Leben ist und wie sehr man jeden Tag schätzen darf. Und nicht nur das: das Engagement gibt ihm Struktur in seinem Tagesablauf und das gute Gefühl, gebraucht zu werden. Eine Seniorin aus dem benachbarten Seniorenheim wäre gerne länger geblieben, muss sich aber sputen, um rechtzeitig zum Mittagessen zu kommen. Wann wir denn wiederkämen, möchte sie wissen. Und kurz bevor wir den Vormittag beenden, können wir noch eine Tasse Tee anbieten. Die Passantin kommt gerade vom Einkauf. Sie wohne zwar in Bonn, aber sie fahre gerne nach Hersel, um hier ihre Besorgungen zu erledigen. Auch mit ihr kommen wir in ein nettes Gespräch und hören, dass sie auch sie Erfahrungen im Ehrenamt gemacht hat. Einer neuen und interessanten Aufgabe steht sie offen gegenüber. Selbstverständlich hat Arianita Mölder, Engagementförderin in Bornheim für diesen Fall Informationen zum Lotsenpunkt und zum Ehrenamt allgemein dabei. So kann man Kontakt zu ihr aufnehmen und in Ruhe einmal überlegen, welches Ehrenamt passend wäre. Und so verabschieden wir uns mit dem Gedanken „Vielleicht meldet sie sich ja? Das wäre schön.“

Die nächsten Termine des Lotsenpunkts auf Rädern:

Donnerstag, den 23. Juni von 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr am Friedhof in Bornheim-Roisdorf, Bonnerstrasse

Donnerstag, den 21. Juli von 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr auf dem Peter-Fryns Platzt, Bornheim

Donnerstag, den 11. August von 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr, Rheinstraße 204, Bornheim- Hersel (vor der Kirche St. Ägidius)

Donnerstag, den 22. September von 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr auf dem Peter-Fryns Platz, Bornheim

Donnerstag, den 27.Oktober von 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr am Friedhof in Bornheim-Roisdorf, Bonnerstrasse

 

Mitmachen? Ja, gerne!

Kontaktdaten Arianita Mölder (Engagementförderin):

Tel.:02222 95 1167, Mail: moelder@baruv.de

Der Lotsenpunkt ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Katholischen Seelsorgebereich „Bornheim - An Rhein und Vorgebirge“ und dem Caritasverband Rhein Sieg.

 

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