(c) Nadine Louis

Nicht ohne (mein) Kreuz

  • 27.03.18 09:43
  • Daniela Hack
  •   Im Auftrag des Herrn

Wie geht Glaube eigentlich? Und was hat das mit dem Kreuz zu tun? Welches Kreuz überhaupt?


Überall, wo mein Leben meine Pläne durchkreuzt und nicht geradewegs verläuft, finden wir Wegweiser zum eigenen Kreuz. Das können banale Alltagssituationen sein, bis hin zu lebensbedeutsamen Herausforderungen:


- die Situation, die mir zu schaffen macht, für die ich keine Lösung finde
- die quälenden Gedanken, die mich nicht loslassen
- die Vorschriften, die mich in die Knie zwingen

- der Mensch, der in mir immer wieder Ärger, Druck, Sorge, Hilflosigkeit… hervorruft
- die Krankheit, die all meine Aufmerksamkeit fordert
- das Schicksal, das mich eiskalt erwischt

Hier gilt es, das eigene Kreuz zu erkennen. Denn alles, was mich in meinem Leben trifft, betrifft mich auch! Es geht also darum, auf mich zu schauen. Weg vom Anderen, vom Außen, hin zu meinen eigenen Empfindungen.

„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?“ (LK 6,41)

Wage ich, mich selbst oder auch Gott zu fragen: Was hat ‚diese Sache‘ mit mir zu tun? Wage ich, innere Widerstände zuzulassen, sie zu fühlen – und zu benennen, was in mir auftaucht? Unsicherheit, Scham, Schuld, Versagen, tief verwurzelte Urteile? Unter dieser Last der inneren Peiniger kann ich mich entscheiden, mein Kreuz anzunehmen. Mit dieser Selbsterkenntnis habe ich die Chance, anders mit meinen Schwierigkeiten umzugehen. Der Ärger übermannt mich weniger heftig, die Situation fühlt sich weniger bedrohlich an, ich spüre eine zunehmende Ruhe.


Eine schwierige Aufgabe! Das fand Jesus sicher auch. Und doch ging er diesen Weg für uns als Vorbild.


Es ist immer an uns, ob wir das Kreuz auf uns nehmen und inwendig schauen wollen oder außerhalb nach vermeintlichen Übeltätern oder Missständen suchen. Es bedarf der Übung, der Geduld und der Barmherzigkeit mit uns selbst, uns unserer eigenen Wirklichkeit zu stellen und mit ihr den Alltag zu leben. Doch wir dürfen vertrauen, dass unser Leben sich ordnet, denn mit meinem sprichwörtlichen Balken im Auge, oder auf dem Rücken, gehe ich mit Jesus an meiner Seite. Er weist mir den Weg zur ewigen Einladung Gottes. Sie gilt. 

Mit diesem Vertrauen kann ich mich jederzeit entscheiden:

Ich will glauben. Ich nehme die Einladung Gottes an – mit meinem Kreuz.

AdventsZeit 2017 (c) Robert Boecker

Lesen Sie hier die aktuelle Ausgabe der AdventsZeit 2017.

Zur AdventsZeit 2017 »