Bömmel Lückerath (c) dpa

"Nit nur schwade (kölsch: reden)"

  • 10.11.16 20:30
  • Martin Mölder
  •   Nachgefragt

Herr Lückerath, Sie kommen aus einer katholischen Familie und waren selbst Messdiener. Wie wichtig ist Ihnen persönlich Gott und der Glauben an ihn?

Ich bin christlich erzogen worden, immer mit dem Hinblick auf Gott. Ich war gerne Messdiener und habe so den ganzen Ablauf mitbekommen, aber als Kind weißt du manches ja auch noch nicht. Ich habe die Inhalte vermittelt bekommen, die Bibel, den Katechismus und ich hab´ das erst mal alles aufgenommen und glaubt das in einer Art kindlichem Glauben. Und erst später, wenn man erwachsen wird, beginnt man sich mit den Dingen auseinander zu setzen. Ich bin also katholisch erzogen worden und immer noch in der Kirche drin, trotz vieler Zweifel. Ich fühle mich dennoch der Kirche angehörig, aber es geht mir vor allem darum, das mit Inhalt zu füllen und immer wieder vernünftig zu reflektieren.

Wie leben Sie Ihre Beziehung zu Gott?

Ich glaube an Gott und ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand sonst oder irgendetwas diese Welt geschaffen hat. Und ich glaube auch an Jesus, als denjenigen, der auf die Welt kam, um Vorbild zu sein. Und das ist er auch für mich. Jesu Leben fasziniert mich und da glaube ich auch gern dran. Insofern bete ich auch, vielleicht liegt es auch an meinem Alter, dass ich heute öfter bete als früher. Ich habe, als ich älter wurde, erst wieder gesehen, dass nicht alles selbstverständlich ist, dass viel Glück und viel Wohlwollen dazu gehört und das erbittet man sich natürlich hin und wieder. Gut, vor einem Auftritt bete ich jetzt nicht unbedingt. Ich bete manchmal am Ende eines Tages, um mich zu bedanken oder am Anfang eines Tages, dass er gut laufen wird.

In vielen Liedern der Bläck Fööss kommt Gott vor. Warum ist das so?

Das liegt natürlich an unserer katholisch-kölschen Historie. Und immer dann, wenn man nicht mehr weiter weiß, ruft man Gott an. Das tun die Kölschen auch. Und so taucht Gott auch immer wieder in unseren Liedern auf. „Oh leeven Jott, jevv uns Wasser“ und „Leeve Jott, jevv uns Zick“ sind so  Beispiele und bedeuten so viel wie: „Tu was dran, hilf´ uns, steh´ uns bei“. Und der Kölner ist ja auch sehr lebenslustig und auch so ein bisschen leichtlebig und oft tut es ihm dann hinterher leid und deshalb singt er vielleicht ein wenig öfter zum lieben Gott als andere.

Sie engagieren sich als Bläck Fööss oft sozial und caritativ. Warum ist Ihnen dieses Engagement so wichtig?

Wir machen als Band diese Benefizauftritte gerne. Darüber hinaus sind Kafi (Biermann), Hartmut (Priess) und ich auch noch so etwas, wie die Streetworker-Abteilung. Das geht dann mit wenig Aufwand manchmal ganz schnell. Dann ruft der eine den anderen an, weil ein Kindergarten oder eine Schule oder ein Altenheim angerufen hat und dann gucken wir in die Kalender und wenn das passt, dann spielen wir da. Wir sind so zu dritt eben viel flexibler als die ganze Band und auch technisch läuft das dann wesentlich unkomplizierter. Und wir wollen diese Auftritte unbedingt machen. Wir haben Lust daran. Und wir wollen so vieles zurück geben, was wir in der langen Existenz der Fööss bekommen und erreicht haben.

AdventsZeit 2016 (c) Heiko Wrusch

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