Die Abtei Maria Laach in der Eifel (c) Robert Boecker

Oase in der Eifel - Abtei Maria Laach

  • 23.06.16 18:10
  • Jan Sting
  •   Glaubensmagnete

Im Paradies hockt das Laacher Teufelchen. Die kleine Steinfigur im Wandelgang (Paradies) vor der Klosterkirche der Abtei Maria Laach hat alle Sünden im Blick. Wahrscheinlich hat es schon unzählige der jährlich 1,5 Millionen Besucher dabei ertappt, wenn sie unversehens in Kaufrausch gerieten. Denn ob seltene Bücher oder stattliche Solitärbäume – in einer Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt, wird im Kloster und seinen Wirtschaftsbetrieben alles geboten, was das Herz der Blumen- und Bücherfreunde begehrt und erst recht die Gaumenfreuden weckt. Wer in die abgelegene, aber einzigartig waldreiche vulkanische Landschaft aufbricht, wird vier Kilometer vom Eifelörtchen Mendig entfernt durch faszinierende Ausblicke belohnt. Sechs Türme ragen in die Höhe. Ein bisschen wirkt die Benediktinerabtei, als habe sich die Architektur des Hochmittelalters hier selbst übertreffen wollen.

Über 900 Jahre alt

Das Teufelchen von Maria Laach (c) Robert Boecker

Das 1093 gegründete Kloster am Laacher See gilt als vollkommenstes Bauwerk der deutschen Romanik. Das liegt daran, dass die Abteikirche von späteren Umbauten fast völlig verschont geblieben ist. In der Gotik entstanden zwar spitzere Turmdächer, im Barock wurde das Seitenschifffenster erweitert. Doch diese Veränderungen wurden während der Renovierungsarbeiten des 20. Jahrhunderts rückgängig gemacht. Die dreischiffige Basilika hat zwei Chöre, den Ost- und den Westchor. Die Steinmetzarbeiten und der spätromanische Baldachin über dem Altar werden dem sogenannten Samson-Meister zugeschriebe - ein Sammelbegriff für einen anonymen, spätromanischen Steinmetz. Die Kirche ist von 05.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. In dieser Zeit besteht die Möglichkeit zu Beichte und Beichtgespräch.

Gebete, Arbeit und Rosen

Kreuzgang der Abtei Maria Laach mit Brunnen (c) Robert Boecker

Auch heute noch sind die Benediktinermönche der Regel des „ora et labora“ treu, des Bete und Arbeite. Mehrmals am Tag pflegen sie das Stundengebet und singen die Psalmen. International ist die Abtei Maria Laach durch die Impulse bekannt, die seit den 1920er Jahren von ihr zu Erneuerung der Liturgie in der katholischen Kirche ausgegangen sind. Zur Abtei gehören unter anderem eine Buchhandlung, ein Hotel sowie handwerkliche und landwirtschaftliche Betriebe und eine Gärtnerei. Die 1959 eröffnete Klostergärtnerei in Obhut des Benediktinermönchs Bruder Hilarius und des Gärtnermeisters Reinhard Schmitt  ist ein Kleinod. Groß ist die Auswahl an Sämereien und Düngern und vom kleinen grünen Kaktus bis zum stattlichen Baum gibt es alles, was das Gärtnerherz begehrt. Bis zu 50 Rosensorten zählt der Betrieb und hat eine breite Auswahl an Kräutern. Nicht zu vergessen der Laacher See und in ihm eine Rarität: das sogenannte „Felchen“,  ein schmackhafter Fisch, der im bewirtschafteten Gewässer lebt. Aber auch Barsch, Hecht und der Laacher Aal tummeln sich im kesselförmigen See, der zudem als Badegewässer sowie als Segel- und Surfrevier genutzt wird. Auch einen Campingplatz gibt es und wiederholt wurde der Laacher See zum Lieblingssee in Rheinland Pfalz gewählt.

AdventsZeit 2016 (c) Heiko Wrusch

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