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Ostern: Das schönste Fest im Jahr

  • 01.04.18 10:24
  • Martin Mölder
  •   Kurz und Knapp

Bereits der Palmsonntag löst in mir eine große Vorfreude auf das bevorstehende Osterfest aus. Dabei haben die gesegneten Zweige, die bei uns wie bei den meisten nicht von Palmen, sondern vom Buchsbaum stammen, bereits einen hohen Symbolcharakter für mich und meine Familie. Schön ist, wenn dieses Zeichen auch andere erfreut, wie unsere ehemalige Vermieterin, mittlerweile 80-jährig und nicht mehr so mobil, der wir jedes Jahr einen gesegneten Palmzweig nach Hause bringen. Zu Hause ersetzen wir dann die mittlerweile vertrockneten Zweige aus dem Vorjahr durch die frischen grünen hinter dem Holzkreuz im Wohnzimmer. Dann kann die Karwoche beginnen. Wichtige Station dabei ist für unsere Familie der Kreuzweg für Kinder, der in unserer Gemeinde durch den Schlosspark führt und immer mit sehr viel Liebe, sehr kindgerecht  vorbereitet und durchgeführt wird. „Ich bin Maria, die Mutter von Jesus“, stellt sich dann beispielsweise eine Frau, Mitte 40 vor, die eigentlich Andrea heißt und selbst drei Kinder hat. Dadurch, dass verschiedene Mitglieder der Gemeinde in unterschiedliche Rollen schlüpfen, wird all das, was Karfreitag geschah sehr lebendig und für die Kinder verständlich. Sogar ein Judas hat sich gefunden, der eigentlich Manfred heißt und im echten Leben nie jemanden verraten würde.

Häschenschule im Hause Mölder

Ein familiärer Höhepunkt in der Karwoche ist zweifellos das traditionelle Eierfärben, das meine Kinder nach wie vor gerne machen und zu dem wir oft Freundinnen und Freunde der beiden einladen. Da fühlen wir uns jedes Mal wie die Hasen in der „Häschenschule“. „Sehr, wie ihre Augen strahlen, wenn sie lernen Eiermalen“, unser Wohnzimmer verwandelt sich in eine wahre Farben,- Verzier- und Dekorierfabrik. Dann wird gefärbt, gemalt, marmoriert, geklebt – so lange, bis alle ehemals weißen Eier nun bunt und fertig sind, um sie dem Osterhasen zum Verstecken zu übergeben. Ach ja, und die „Häschenschule“ lesen wir natürlich auch jedes Jahr. Mittlerweile können meine Kinder weite Teile bereits auswendig. Danach erwarten alle ungeduldig die Osternacht. Dieses Jahr wird meine Tochter zum ersten Mal die Messe dienen und freut sich schon darauf, länger als Mitternacht aufbleiben zu dürfen, denn nach dem feierlichen Gottesdienst, ist unsere Gemeinde immer vom Pfarrgemeinderat noch eingeladen, ins Pfarrheim rüber zu gehen und bei Brot, Wasser, Wein und natürlich jeder Menge Ostereier, die Auferstehung des Herrn zu feiern. Diese Stimmung ist auch anders als nach anderen Gottesdiensten. Gottes Nähe, Gottes Geist, ja Gottes Freude ist spürbar und präsent und verwandelt den Raum und die Menschen. Dann fühle ich echte österliche Freude.

Die Redaktion der „AusZeit“ wünscht Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest.

SommerZeit 2018 (c) Robert Boecker

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