(c) Hartmut Schwaut Schwarzbach

"Parteinahme für die Benachteiligten und Entwürdigten"

  • 15.10.17 20:52
  • Johannes Seibel
  •   Kurz und Knapp

„Mit Bildungsinitiativen, Schutzzentren, Selbsthilfeprojekten und besonderen seelsorgerischen Angeboten hilft die Kirche in Burkina Faso vor allem den Bedürftigsten, dass sie menschenwürdig leben können“, erklärt Bischof Gebhard Fürst vom Bistum Rottenburg-Stuttgart. Die Kirche in dem westafrikanischen Land fülle das biblische Leitwort der Kampagne „Du führst mich hinaus ins Weite“ mit Leben. Die Kirche stehe für „Rettung und Befreiung“ der Menschen. Bischof Fürst weist auf die globalen Auswirkungen des Lebensstils in Deutschland hin und appellierte an die Verantwortung für die Zukunft des Lebens und das Überleben der Menschen im gemeinsamen Haus „Erde“. „Wenn wird dazu beitragen, dass andere das zum Leben Ausreichende haben, dann ist dies der beste Nährboden für Frieden und Gerechtigkeit“, ergänzt der Rottenburger Bischof.

Solidarität mit Frauen in Afrika auf

 (c) missio_Hartmut Schwaut Schwarzbach

„Mit unserer Kampagne rufen wir am Beispiel von Burkina Faso mit allem Nachdruck zur Solidarität mit den Frauen in Afrika auf", sagte Prälat Klaus Krämer, Präsident von missio Aachen. Dies sei einer der Schwerpunkte des Weltmissionssonntages.

„Sie tragen die Hauptlast des Alltags und erleben Diskriminierung und Gewalt. Gleichzeitig sind es starke Ordensfrauen, die an ihrer Seite stehen. Sie möchten wir in diesem Jahr besonders unterstützen“, so Prälat Krämer weiter. missio-Partnerinnen kümmern sich in Burkina Faso beispielsweise um Frauen, die vor einer Zwangsverheiratung geflohen sind oder als sogenannte „Hexen“ verfolgt wurden.

Partnerland Burkina Faso

Burkina Faso ist ein westafrikanisches Land, in dem rund 60 Ethnien leben. Es hat 18,1 Millionen Einwohner. Hauptstadt ist Ouagadougou mit etwa 1,475 Millionen Einwohner. Das Land ist seit 1991 eine Präsidialrepublik. In Burkina Faso leben 60,5 Prozent Muslime, 23,2 Prozent Christen (19 Prozent Katholiken und 4,2 Prozent Protestanten), 15,3 Prozent Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen sowie weitere Angehörige anderer Religionen. In Burkina Faso herrscht traditionell eine wechselseitige religiöse Toleranz, in Familien leben Angehörige unterschiedlicher Religionen zusammen. Die katholische Kirche in Burkina Faso hat 15 Diözesen, 180 Pfarreien und rund 740 Missionsstationen. Betreut wird die katholische Kirche von rund 820 Diözesanpriestern, 185 Ordenspriestern, 320 Ordensbrüdern, 1.500 Ordensschwestern und rund 7.500 Katecheten.

Weltmission in Kürze

Der Monat und Sonntag der Weltmission ist die weltweit größte katholische Solidaritätsaktion jeweils im Oktober eines Jahres. Fast die Hälfte der weltweit rund 2.500 Diözesen der katholischen Kirche liegt in Ländern, die zu den ärmsten der Welt zählen. Sie können ihre Arbeit nicht aus eigener Kraft leisten. Davon betroffen sind vor allem Diözesen in Afrika, Asien und Ozeanien. Deshalb halten Päpstliche Missionswerke seit 1926 in rund 100 Ländern für diese ärmsten Diözesen am Sonntag der Weltmission eine Kollekte. Dank dieser Kollekte können die bedürftigsten Diözesen ihre Seelsorge, soziale und interreligiöse Arbeit, Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten finanzieren.

SommerZeit 2017

Lesen Sie hier die aktuelle Ausgabe der SommerZeit 2017.

Zur SommerZeit 2017 »