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Schweizergarde - Berufung statt Beruf

  • 13.10.16 05:58
  • Martin Mölder
  •   Im Auftrag des Herrn

Die dreißig Auserwählten absolvieren in der Schweiz die Rekrutenschule der Schweizer Armee. Je nach Kanton dauert die drei bis vier Wochen. Hier absolvieren die künftigen Beschützer des Papstes die gleiche Ausbildung wie die zukünftigen Soldaten der Schweizer Armee. Sie werden an der Waffe ausgebildet, dem sogenannten Sturmgewehr 90, lernen Gefechtstechnik, bekommen aber auch Einblicke in den ABC-Schutz und den Sanitätsdienst. Vor allem aber werden sie körperlich fit gemacht durch Märsche und viel Sport. Nach dem Rekrutendienst reisen die neuen Gardisten nach Rom und werden dort einen Monat lang auf den künftigen Dienst in der „Kleinsten Armee der Welt“ vorbereitet. Auch hier steht viel Sport auf dem Programm, aber auch ein zweiter Gesundheits-Check mit Belastungstests, ein Intensiv-Italienisch-Kurs, Selbstverteidigungstechniken, das regelmäßige Marschier-, Salutier und Exerziertraining und das Kennenlernen der Örtlichkeiten in Vatikanstadt. Dreimal im Jahr werden neue Gardisten aufgenommen, im November, im Februar und im Juni.

Ein besonderes Datum: Der 6. Mai

Der Eid (c) dpa_Donatella_Giagnori-Eidon

Es ist jedes Mal ein besonders feierlicher Moment, wenn am 6. Mai eines jeden Jahres 30 künftige Schweizergardisten, umrahmt von ihren neuen Kameraden den Petersdom betreten. Während des Gottesdienstes sprechen sie dann ihren Eid.

Dazu legen die neuen Gardisten die linke Hand an die Gardefahne und heben die rechte mit drei gespreizten Fingern, die die Dreifaltigkeit symbolisieren, zum Schwur empor und sprechen die feierliche Formel: „Ich schwöre, treu, redlich und ehrenhaft zu dienen dem regierenden Papst und seinen rechtmäßigen Nachfolgern, und mich mit ganzer Kraft für sie einzusetzen, bereit, wenn es erheischt sein sollte, selbst mein Leben für sie hinzugeben. Ich übernehme dieselbe Verpflichtung gegenüber dem Heiligen Kollegium der Kardinäle während der Sedisvakanz des Apostolischen Stuhls (…) so wahr mir Gott und seine Heiligen helfen.“ Der Eid verpflichtet den neuen Schweizergardist zur völligen Hingabe und Loyalität gegenüber seinem neuen Arbeitgeber und verlangt absolute Treue zum Heiligen Stuhl.

Die Bodyguards des Papstes

Die Päpstliche Schweizergarde hat heute verschiedene Aufgaben. In erster Linie ist sie für die Sicherheit des Vatikans vor allem rund um den Petersplatz verantwortlich. Zwei Drittel des Personals sind täglich zur Wache an den Eingängen zum Apostolischen Palast eingesetzt, und zwar unter anderem im Cortile di San Damaso, im Cortile del Belvedere, in den Loggien, in der Sala Regia, vor den Büroräumen des Staatssekretariats und vor den Privaträumen des Papstes. Die Schweizergarde managt den Sicherheitscheck beim Eingang in den Petersdom und kontrolliert die Besucher. Außerdem gehören zu den Pflichten der Gardisten der Ordnungsdienst, Wachdienst und Personenschutz. Sie bewachen die Eingänge zur Vatikanstadt und manche von ihnen dürfen den Papst auf seinen Reisen begleiten. All das dient der übergeordneten Aufgabe der Schweizergarde, ständig über die Sicherheit des Heiligen Vaters und seiner Residenz zu wachen. Auch deshalb sind die Gardisten bei allen Heiligen Messen und Audienzen des Papstes mit dabei.

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