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Taube, Feuer und Heiliger Geist

  • 31.05.17 18:40
  • Martin Mölder
  •   Kurz und Knapp

Das Wort „Pfingsten” hat seinen etymologischen Ursprung im Griechischen. „Pentecoste“ heißt übersetzt „der fünfzigste“ (Tag). Hintergrund ist, dass in der Apostelgeschichte vom ersten Pfingstfest als „Fest der (Weizen-) Ernte” erzählt wird. Gefeiert wurde dieses Fest genau fünfzig Tage nach dem österlichen Paschafest beziehungsweise dem christlichen Osterfest, genauer gerechnet vom Tag der Auferstehung Jesu. Die Juden nennen das Pfingstfest übrigens „Schawuot“.

Das Pfingstwunder

Am fünfzigsten Tag nach dem Osterfest hatten sich viele tausend Menschen in Jerusalem versammelt, um ein Ernte-Fest zu begehen. Aus vielen verschiedenen Ländern waren sie gekommen, um zu feiern. Einige von ihnen versammelten sich mit den Jüngern Jesu in einem Haus. Da geschah es: Ein lautes Rauschen, einem Sturm ähnlich erfasste das Haus. Danach sahen die Menschen ein Feuer und Feuerzungen, die auf sie niederfielen. Alle wurden vom Geist Gottes erfüllt und begannen durcheinander zu reden. Aber obwohl die Menschen aus ganz verschiedenen Ländern kamen, "hörte sie jeder in seiner eigenen Sprache die großen Taten Gottes verkündigen." (Apg. 2,11b)

Pfingsttaube, Pfingstochse und Pfingstrose

Die kopfüber herabfallende Taube wurde im erst im 6. Jahrhundert das Symbol des Heiligen Geistes und damit auch für Pfingsten. Als Sinnbild für Sanftmut, Einfalt und Unschuld und Sanftmut galt sie schon in der Antike. Der Grund: Tauben haben keine Gallenblase. Daraus folgerten die Menschen, dass sie deshalb frei seien von allem Bitteren und Bösen. Seit dem Konzil von Nicäa wird der Heilige Geist in der katholischen Kirche als Taube dargestellt. Der „Pfingstochse” war früher ein echter Ochse, der allerdings festlich geschmückt und dann feierlich zu Pfingsten durch das Dorf getrieben und später geschlachtet wurde. Wahrscheinlich hat der Brauch, einen Ochsen zu schlachten vorchristliche Wurzeln und war eine damals im Spätfrühling übliche Opferhandlung. Die so genannte Pfingstrose ist keine Rose, sondern stammt aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Weil sie aber wie eine Rose aussieht und zu Pfingsten blüht, wurde sie im Laufe der Jahrhunderte „Pfingstrose“ genannt. In manchen Gegenden heißt sie auch „Benediktinerrose”, denn es waren wohl Benediktinermönche, die sie nach Deutschland gebracht haben.

Pfingsten, Pferde und Wasser

Noch immer gibt es in manchen Gegenden Deutschlands traditionelle Pfingstritte oder auch Flurumritte und Prozessionen. Der Ursprung hat allerdings keine christlichen Wurzeln. Vielmehr sollten die Umzüge durch die Felder der neuen Saat „Heil und Segen“ bringen. Diese Ritte fanden früher eher unregelmäßig rund um das Pfingstfest, später aber meist am Pfingstsonntag statt. In einigen Dörfern Deutschlands werden an Pfingsten auch Maibrunnenfeste gefeiert. Dieser Tradition liegt der Brauch zugrunde, an den Pfingsttagen eine Quelle zu besuchen und das frische Wasser als gesegnetes Wasser das Jahr über zu benutzen - als Zeichen für den Neubeginn des Lebens.

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