Orthodoxe Christin in Äthiopien (c) picturealliance_Miro-May

"Vater unser" in Addis Abeba

  • 14.02.17 19:59
  • Martin Mölder
  •   Im Auftrag des Herrn

„Ich erlebe jedes Mal hochmotivierte Pfarrer im Ausland, die ihre ganze Kraft dafür einsetzen, und tiefe Erfüllung darin finden, anderen Menschen den Glauben in der Muttersprache zu ermöglichen. Das beeindruckt mich jedes Mal.“ Theologe Gregor Spieß erzählt begeistert von seinen Eindrücken, wenn er von einer Regionalkonferenz zum Beispiel in Abu Dhabi nach Deutschland zurückkehrt. Er arbeitet seit 15 Jahren als theologischer Referent im Katholischen Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Gemeinsam mit seinem Chef, Monsignore Peter Lang, ist er aber auch schon nach Kanada, Portugal, China und Namibia geflogen, um die weltweit agierenden hauptamtlichen Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinden kennenzulernen. „Diese Treffen“ (die Regionalkonferenzen), sagt Gregor Spieß, „dauern immer von Montag bis Freitag und werden von unseren Pfarrern im Ausland gerne angenommen, weil sie sich dort mit den Kollegen aus anderen Ländern und Kontinenten austauschen können, Ideen bekommen, aber auch mal ein bisschen relaxen können.“ Alle anderthalb bis zwei Jahre gibt es diese Regionalkonferenzen, mal in Süd- oder Nordamerika, mal in Asien, Australien, Europa, Afrika oder dem Nahen Osten.

Heimat in der Fremde

Die Auslandsgemeinden verstehen sich als Orte, an denen alle deutschsprachigen Katholiken eine Heimat haben können, also nicht nur Deutsche, sondern auch Österreicher und Schweizer. Aber auch Gläubige, die sich dem deutschen Sprachraum zugehörig fühlen. „Unsere Aufgabe ist die Seelsorge für die Deutschen, aber nicht die Mission in einem fremden Land. Wir würden niemals Bibeln in muslimischen Ländern verteilen“, stellt Gregor Spieß klar. Ursprünglich nur für Auswanderer gegründet, hat die Auslandsseelsorge mittlerweile noch eine Vielzahl anderer Personen im Blick. Zum Beispiel Touristen, Pilger, Expatriates, also Menschen, die häufig mit ihren Familien von ihrer Firma ins Ausland geschickt werden und Residenten, Deutsche, die im Ausland entweder dauerhaft oder einen großen Teil des Jahres verbringen. „Studien der Thomas-Morus-Akademie zeigen, dass 30 % aller Urlauber Sinnsuchende sind“, sagt Gregor Spieß, „wir haben immer mehr Pilger, immer mehr Menschen, die eine tiefe Spiritualität leben.

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