Eddi Hüneke (c) Ben Wolf

"Viel mehr Eddi geht nicht"

  • 16.04.18 12:28
  • Martin Mölder
  •   Nachgefragt

Eddi Hüneke, früher einer der fünf "Wise Guys", die als a-capella-Gruppe bundesweit bekannt waren, geht musikalisch jetzt eigene, neue Wege. Ergebnis: sein erstes Solo-Album "Alles auf Anfang". Im Interview spricht er über sein neues berufliches Leben und über seinen Glauben.

 

Eddi inwiefern ist der Titel der neuen CD „Alles auf Anfang“ auch der Titel für einen neuen Lebensabschnitt für Dich?

Das ist absolut so. „Alles auf Anfang“ ist der Titel meines Lebens im Moment. Ich komme jetzt wieder an viele Orte, an denen wir damals mit den Wise Guys angefangen haben oder auch an Orte, die völlig neu sind für mich.  Und das Gefühl jetzt solo bzw. mit Tobi (spielt u.a. Klavier und Kachon) auf der Bühne zu stehen passt dazu. Das ist eben auch völlig neu, aber es macht riesig viel Spaß – uns, aber dem Publikum bisher auch, glaube ich.

 

Wieviel Eddi steckt drin im neuen Album?

100%. Mindestens. Die 13 Lieder fühlen sich wirklich nach meiner eigenen Welt an. Und wie das, was mich wirklich bewegt. Ich stehe mit jeder Pore meines Körpers und mit voller Verantwortung hinter dem Album und hinter dem, was wir jetzt mit der Tour „Startschuss“ auf der Bühne machen. Viel mehr Eddi geht wahrscheinlich nicht (lacht).

 

Du hast mal, vor Deiner Karriere bei den Wise Guys, evangelische Theologie studiert. Warum?

Damals suchte ich nach einem Berufsbild, das zu mir passte. Nach einigen Semestern in der Volkswirtschaftslehre war mir einfach nicht mehr klar, was irgendwann nach dem Studium kommen sollte. Den Beruf des evangelischen Pfarrers hatte ich dagegen bei meinem Vater sehr positiv kennengelernt: Er war jemand, der gerne Menschen vernetzte und Gespräche mit Tiefgang führte. Für Beides schien dieser Beruf maßgeschneidert. Nach wie vor macht es mir viel Freude, in die Tiefe zu gehen und mit Menschen zu tun zu haben. Also gar nicht so abwegig – nur dass die intensive Arbeit mit den Wise Guys mir ein Fortführen des Studiums irgendwann unmöglich machte.

Welche Rolle spielt Dein Glauben und Gott in Deinem Leben?

Das Vertrauen, dass, wie die Mystiker sagen, „alles so richtig ist, wie es ist“, dass wir getragen sind von einem tieferen Sinn, der „höher ist als unsere Vernunft“, dieses Vertrauen liegt bei mir anscheinend nah an der Alltags-Oberfläche – ganz besonders in Krisen-Zeiten. Gerade wenn die Emotionen höher schlagen, entweder positiv oder negativ, komme ich leichter an die Dankbarkeit oder das kindliche Vertrauen heran, die damit verknüpft sind. Zu anderen Zeiten ist mir mein Glaube gar nicht bewusst, aber auch da vertraue ich darauf, dass es so richtig ist, wie es ist.

Was würdest Du Gott fragen, wenn Du die Gelegenheit dazu hättest?

Ich würde ihn  fragen: „Woher kriegst du deine Ideen? Wie bist du beispielsweise auf diese Idee gekommen, ein Universum zu schaffen, darin Leben, darin Liebe, darin die Menschen?“ Und natürlich auch: „Was ist dein Lieblingstrack auf meinem neuen Album?“

Mehr zu Eddi, zum Album und seiner Tour hier

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