Prof. Barbara Schock-Werner (c) Martin Mölder

Wie der Dom nach Köln kam

  • 31.01.17 21:50
  • Martin Mölder
  •   Kurz und Knapp

Frau Prof. Schock-Werner, Sie haben rund 10 Monate lang an dem Buch „Wie der Dom nach Köln kam“ mitgearbeitet. Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis?

Es hat uns großen Spaß gemacht und wir sind doch zu einem guten Ergebnis gekommen und die Mischung zwischen den großformatigen doppelseitigen Bildern und Infoseiten mit mehr Text ist doch ganz gut gelungen. So ist es wirklich ein Buch für die ganze Familie geworden. Kinder schauen sich wahrscheinlich die Bilder lieber an und die Eltern lesen dann die Geschichten, aber viele Leser haben uns auch schon zurück gemeldet, dass sie Kinder sie immer wieder bitten aus dem Buch vorzulesen.

Was war konkret Ihre Aufgabe?

Zuerst habe ich mit Herrn Baum , dem Illustrator herausgesucht und entschieden, welche zeitlichen Epochen wir überhaupt in dem Buch darstellen. Das Skurile an dem Buch ist ja, dass man nie die Domtürme komplett sieht und dass der Dom die ganze Zeit von der Nordseite, als der Bahnhofsseite aus gezeigt wird. Das finde ich gut, denn sonst wird er meistens von der Südseite her abgebildet. Ich habe aber natürlich vor allem darauf geachtet, dass baulich und historisch auch alles stimmt, was Herr Baum gezeichnet und Herr Schröer geschrieben hat.

Was mögen Sie besonders an dem Buch?

Die Detailverliebtheit von Christoph Baum ist schonwirklich faszinierend. Man entdeckt immer wieder was Neues, vor allem wenn man mal in die Ecken guckt und sieht dann Kinder beim Verstecken spielen oder ein Junge ist auf den Baum geklettert – all das ist wirklich reizend. Aber alle Werkzeuge oder Geräte wie Hebewerke und ähnliches ist alles ganz korrekt dargestellt.

Wie sehen Sie heute Ihren ehemaligen Arbeitsplatz, den Kölner Dom?

Es ist immer noch „mein“ Dom. Auch, wenn ich jetzt als Dombaumeisterin im Ruhestand bin, aber ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Nachfolger (Peter Füssenich) und er fragt mich auch hin und wieder mal um Rat. Ich rede von meiner Seite aber nicht rein, ich will die nicht die nervige Alte sein, die rummeckert. (lacht) Aber es ist nach wie vor vom Gefühl her „mein Dom“.

Das Buch ist herausgegeben vom Dombauverein, der dieses Jahr 175 Jahre alt wird. Wie wichtig ist die Arbeit des Dombauvereins für den Erhalt des Kölner Doms?

Die ist immens wichtig. Ohne die Einnahmen, die Mitgliedsbeiträge und die Spenden könnten wir fast nichts bewegen. Dieser Verein ist wirklich wunderbar. Alle Kollegen waren früher immer ganz neidisch auf diesen Dombauverein mit mittlerweile rund 14.000 Mitgliedern. Daran sieht man, wie wichtig den Kölnern ihr Dom ist und ich wünsche Herrn Hoffmann (Präsident des Kölner Dombauvereins), dass er sein Ziel, dieses Jahr zum Jubiläum das 17.500te Mitglied begrüßen zu können, auch erreicht.

Am 01. Februar sind Prof. Barbara Schock-Werner und Autor Johannes Schröer Gast von Joachim Frank, Kölner Stadt-Anzeiger, im Kölner Domforum und sprechen über ihr Buch. Beginn ist um 18.00 Uhr.

Wie der Dom nach Köln kam

 (c) Greven-Verlag

Christoph Baum (Illustration), Barbara Schock-Werner und Johannes Schröer (Text), 64 Seiten durchgehend farbig illustriert, erschienen im Greven-Verlag, herausgegeben vom Zentral-Dombau-Verein zu Köln von 1842. Gefördert von der Stiftung Kulturwerk der VG BILD-KUNST, Bonn. Preis: 18,90 Euro

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