Rolf Faymonville (c) Rolf Faymonville

Wo zwei oder drei in Rio versammelt sind... - Teil 1

  • 15.08.16 22:00
  • Rolf Faymonville
  •   Im Auftrag des Herrn

Thomas Weber, mein evangelischer Kollege und ich stehend wartend am Straßenrand. Der Verkehr in Rio ist unberechenbar. Christian Frevel, Pressesprecher von Adveniat, wollte uns abholen, um mit einigen Mitgliedern des DOSB-Präsidiums, der Deutschen Olympia Akademie und Angehörigen einen ökumenischen Gottesdienst auf dem Corcovado im Fußsockel der Christusstatue zu feiern. Endlich werden wir aufgepickt. Auf der Fahrt hören die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehr über die soziale Situation in Rio und ganz allgemein in Brasilien, auch über die Hilfsprojekte, die Adveniat hier betreut. Alle spitzen die Ohren, einige fragen engagiert und kritisch nach. Wir merken: Das ist konkrete Lobbyarbeit bei Menschen, die sich auch in Funktionärspositionen für soziale Problemthemen interessieren und engagieren, die aber auch genau wissen wollen, warum etwas geschieht. Stephan Jentgens, stellvertretender Geschäftsführer von Adveniat, erklärt die Zusammenhänge. Kurz vor dem Gipfel noch ein Blick über die Stadt, weil es oben ganz neblig ist. Wir sehen, wo die Projekte von Adveniat liegen - in der ganzen Stadt verteilt.

Cristo ganz lebendig

Der Hausherr Padre Omar und eine deutschbrasilianische Schülerin nehmen uns freundlich in Empfang und beginnen mit einem dort üblichen Gebet. Dann singen wir – begleitet von Gitarre und Klarinette  „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“. Ein erster Einstieg, denn Jesus in unserer Mitte ist es, der zu uns sprechen will. Wir schauen auf die Statue: Der segnende Christus, der die Arme ausbreitet über einer Stadt mit so viel Elend. "Kommt alle zu mir die ihr mühselig und beladen seid. Mein Joch ist leicht." Unser Predigttext. Es fällt uns leicht, eine Brücke zu schlagen zu dem Projekt „Rio bewegt. Uns“, auch zum Sport, zu Erwartungen in der Leistungsgesellschaft – und zur Botschaft Jesu. Dass er uns ganz persönlich anspricht, uns für und mit ihm einzusetzen für Benachteiligte. "Zeige uns den Weg hier in dieser Zeit". Gott gibt Orientierung und Singen gehört zum Gottesdienst. Und die brasilianische Freude darf nicht fehlen. Anschließend spielen Christian Frevel und ich noch "The Girl from Ipanema" - natürlich nach der Andacht.

"Das hat gut getan"

Es ergeben sich im Nachhinein viele Gespräche zu den dem, was Thomas Weber und ich während der Andacht gesagt haben. Aber vor allem positive Rückmeldungen: "Das hat gut getan hier in dieser Kapelle". Das obligatorische Foto mit Cristo Redentor, der heute ganz anders als auf den Postkarten in geheimnisvolle Wolken gehüllt ist, eine Hand ganz klar in eine Richtung weisend.  Das passt zu den Gedanken aus der Andacht.

Mehr über die Eindrücke des katholischen Seelsorgers Rolf Faymonville bei den Olympischen Spielen lesen Sie am 18. August.

AdventsZeit 2016 (c) Heiko Wrusch

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