(c) Irrland

Zeit vergessen im Irrland

  • 14.09.17 08:38
  • Brigitte Schmitz-Kunkel
  •   Kurz und Knapp

Himmlische Aussichten sind in Kevelaer nicht ungewöhnlich – schließlich ist das Städtchen am Niederrhein seit Jahrhunderten ein bedeutender Wallfahrtsort. In diesem Sommer können hier aber auch wieder Familien für einen überirdisch schönen Ferientag landen: Unter dem Jahresthema „Flight to Paradise“, Flug ins Paradies, laden Josi und Johannes Winkels bis zum 1. November in ihren ganz besonderen Freizeitpark „Irrland“ ein. So weit wie in dieser „Bauernhof-Erlebnisoase“ sind die Tore kaum irgendwo für Erwachsene und Kinder geöffnet, denn die Winkels setzen ganz auf Familienfreundlichkeit und Gemeinsinn.

Spaß im Labyrinth

„Spielen, nicht bespielt werden“ ist das Prinzip der Winkels. Mit einem Jux ging es 1999 los. In einer spontanen Aktion mähte das Bauernpaar für seine Kinder ein Labyrinth ins Maisfeld vor seinem Hof im Ortsteil Twisteden. Spiel- und Picknickplätze im Irrgarten kamen dazu und bald auch immer mehr Gäste, die sich auch mal verirren wollten. Was für Josi Winkels „als Spaß und biologisch abbaubarer Freizeitpark für ein Jahr gedacht“ war, wurde mit jedem Sommer größer und führte irgendwann zur Lebensentscheidung zwischen Landwirtschaft und Labyrinth. Ein Areal von 300.000 Quadratmetern, 80 „Attraktionen“, darunter echte Bauernhoftiere zum Anfassen und Exoten zum Staunen. 8000 Quadratmeter geschlossene Spiel-Scheunen für jedes Wetter – all das bietet das „Irrland“ neben 1000 überdachte Sitzgruppen mit Grills, die ebenso kostenlos zur Verfügung stehen wie mehrere tausend Parkplätze. Der Eintrittspreis für all das: Sechs Euro pro Person! Es gibt vergünstigte Saisonkarten, Getränke und Snacks kosten nie mehr als 1,50 Euro. Wohingegen man von den Grillwürstchen bis zum Nachtisch ausdrücklich alles mitbringen darf. „Wir wollen ein Angebot für alle“, sagt Josi Winkels, „wir haben selbst vier Kinder und wissen, wie teuer es mit einer Familie ist.“ Bewusst haben sie sich auch gegen einen Souvenir-Shop am Ausgang entschieden: „Da würden dann die sozialen Unterschiede deutlich – die einen können es sich leisten, die anderen nicht. So würde der Tag einen schlechten Abschluss finden, genau das wollen wir nicht.“

Spiel und Entspannung

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Statt Computer oder Smartphone bietet das „Irrland“ Spielorte zum Rennen, Springen, Buddeln und zahllose Herausforderungen. Kommt zum Beispiel ein Kind nicht alleine auf seinen riesigen blauen „Hügel des Sisyphos“, hält oft ein anderes Mal die helfende Hand hin. „Dieses Miteinander zu erleben, gehört zu den tollsten Erfahrungen“, findet Josi Winkels, deren Herz aufgeht, wenn Eltern für sich selbst wieder das Spielen entdecken.

Dafür stehen Familien, aber auch Erwachsenen, die in „Irrland“ einfach mal Zeit mit Freunden oder Kollegen verbringen möchten, 40 unterschiedlich große offene Hütten zum Mieten zur Verfügung. „Wir haben bewusst nicht eine einzige Uhr im Park. Die Gäste sollen mal die Zeit vergessen“, sagt Winkels und betont, dass das rundum menschenfreundliche Konzept durchaus christlich motiviert ist. Statt etwa Wege zu beleuchten, wird der Park in der Dämmerung geschlossen.  Wer bis dahin selbst „Europas größten Esel“ immer noch nicht entdeckt hat, darf sich ja jederzeit noch einmal „verirren“.

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