Wie wollen wir künftig leben? - Zwölf Anstöße

Die Corona-Pandemie zeigt, dass wir sehr wohl in der Lage sind, konsequent auf Krisen zu reagieren und unser Verhalten zu verändern. Höchste Zeit, darüber nachzusinnen, wie wir uns in den vielen anderen Krisen unserer Gesellschaft und unseres Planeten verhalten wollen.
Datum:
25. Mai 2020
Von:
Team der Diözesanstelle

"Die Menschheit – und mit ihr das ganze gemeinsame Haus Erde – steht an einer Weggabelung. Die gegenwärtige Corona-Pandemie hat es schneller und brutaler sichtbar gemacht, als alle wissenschaftlichen Studien zu Klimaveränderung, sozialen Verwerfungen, Artensterben, Fluchtursachen… es vermocht hätten. Noch aber können wir viele Entwicklungen steuern. Wir können träumen, nachdenken, auf Gott hinhorchen, miteinander aushandeln, auf den Weg bringen… wie wir künftig leben wollen."

So die Einschätzung von Peter Hundertmark. Als Reaktion darauf hat der Leiter des Referates Spirituelle Bildung/Exerzitienwerk im Bischöflichen Ordinariat Speyer "12 Anstöße" formuliert, die dazu einladen alleine oder mit anderenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf eine geistliche Art und Weise nachzuspüren. Weiter schreibt Hundertmark auf seiner Homepage:

"Diese „Anstöße“ sind absolut parteiisch. Sie folgen in ihrer Ausrichtung der katholischen Soziallehre, der Enzyklika „Laudato si“, treffen sich aber auch mit der protestantischen Sozialverkündigung und dem Abschlusstext der letzten Ökumenischen Weltversammlung in Busan. Gemeinwohlorientierung, solidarische Verantwortung und Nachhaltigkeit gelten ihnen als Werte, die nicht verhandelbar sind. Innerhalb dieser Grundausrichtung aber versuchen die „Anstöße“ wenig festzulegen. Es werden viele verschiedene, vielleicht einander sogar widersprechende Meinungen, Ideen, Bilder, Hoffnungen, Entscheidungen, Vernetzungen… dringend gebraucht. Diese sollten auch nicht privat bleiben, sondern müssen miteinander besprochen werden. Wir müssen reden!

Träumen, horchen, nachsinnen… braucht Zeit. Die Pandemie bedeutet für sehr viele Menschen eine erzwungene Einschränkung und ungewohnte Verlangsamung. Auch eine Gelegenheit, einige Minuten am Tag, eine halbe Stunde, mehrmals ein paar Minuten… für die Frage zu nutzen, wie wir miteinander leben wollen. Zeit zum Nachsinnen – und um dann darüber zu reden oder davon zu schreiben: denn wenn zwei gemeinsam träumen, ist das schon der Beginn einer neuen Wirklichkeit, und wenn zwei etwas anpacken, wird es andere neugierig machen."