Neulich, als ich zu Fuß in Köln unterwegs war, wollte ich eine Kreuzung überqueren. Mit mir waren viele Menschen unterwegs, darunter auch ein alter Herr mit Rollator. Ich wollte ihm schon beim Überqueren der Kreuzung zu Hilfe eilen, da kam mir ein junger Mann zuvor. Er begleitete den Herrn, stand ihm gleichsam als Schutzengel zur Seite.
Alle Autos hielten und warteten geduldig, bis der alte Mann im Schneckentempo die Straße überquert hatte. Auf der anderen Straßenseite angekommen, bedankte er sich bei dem jungen Mann. Eine ganz einfache Geste.
Diese kleine Szene hat mich berührt. Bei aller Hektik, allem Termindruck, allem Stress, aller Hetze und Eile, sind es doch diese kurzen Momente, die unser Leben lebenswert machen. Einander zur Seite zu stehen auf unseren Wegen – das ist es, was jede und jeder von uns von Zeit zu Zeit braucht. Und was unser Menschsein ausmacht. Keine KI kann dieses Mitgefühl von selbst aufbringen. Es ist die mitmenschliche Intelligenz, die Intelligenz der Nächstenliebe, die uns Mensch sein lässt.
