„Schicksalstag der Deutschen“ – so werde der 9. November auch genannt, sagt Kardinal Woelki. "An diesem Tag häufen sich die Ereignisse, derer wir Deutschen gedenken. Ein Gedenken allerdings hat es besonders in sich und lässt mich jedes Jahr schaudern. Das Gedenken an die Reichspogromnacht 1938."
Die Brandstiftung und Schändung von Synagogen, die Ermordung und Verunglimpfung deutscher Juden sei vom Nazi-Regime als „Testlauf“ initiiert worden, erläutert der Kölner Erzbischof. "Man wollte wissen: Wie viel kann man der deutschen Bevölkerung zumuten an Judenverachtung und Judenmisshandlung? Sehr viel! So muss man heute sagen. Es gab zwar vereinzelt Widerstände gegen die antisemitische Hetze. Aber die waren viel zu gering, viel zu leise.
Die große Anzahl der Deutschen blieb hinter ihren Vorhängen stehen und verschloss ihre Augen, Ohren und vor allem ihre Herzen."
