Seit längerem gibt es einen Trend, der mich immer wieder staunen lässt. Menschen nehmen ungeheure Anstrengungen und Kosten auf sich, um zu einer spirituellen Erfahrung zu kommen. Dabei ist die Wallfahrt nach Santiago de Compostela nur eine „klassische“ Variante. In Mode sind Wüstentouren oder Reisen zu buddhistischen Tempeln. Auch der Mount Everest zählt zu den begehrten Sehnsuchtsorten.
Ebenso offerieren immer mehr Klöster Möglichkeiten, das Ordensleben für Tage oder Wochen einmal auszuprobieren und so zu Gott und zu sich selbst zu finden. Und dennoch: Es ist eine wunderbare Tatsache unseres Glaubens, dass Gott sich überall finden lässt.
Gott ist nicht nur an außergewöhnlichen Orten mit sensationellen Ausblicken, Naturgewalten oder architektonischen Wundern. Die Heilige Schrift erzählt uns, dass sich Gott oft im Unscheinbaren, im Gewöhnlichen, im Leisen offenbart. Gott ist immer und überall zu finden! Es kommt auf unsere inneren Augen und Ohren an, ihn dort zu entdecken. Seien wir also wachsam.
