Prävention von (sexualisierter) Gewalt

Herzlich Willkommen in der neuen Stabsstelle Prävention

Zusammen mit meinem Team begrüße ich Sie und freue mich, mich als neue Leiterin der Stabsstelle vorzustellen.

Seit vielen Jahren ist die Prävention im Erzbistum Köln aufgebaut worden, hat wichtige Instrumente für die Kommunikation, zur Qualifikation, für Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner und das miteinander Leben und Wirken für den Schutz von Kindern, Jugendlichen und schutz- und hilfebedürftigen Erwachsenen entwickelt und fachlich etabliert. Wir sind also auf einem guten Weg. Vor allem aber auch, weil es in den Kirchengemeinden, in der Kinder- und Jugendarbeit, in den Jugend- und Erwachsenenverbänden, in den neuen religiösen Gemeinschaften, in den Einrichtungen der Jugend-, Alten-, Behinderten- und Gesundheitshilfe/Krankenhilfe, in den Erzbischöflichen Schulen und in den Krankenhäusern viele Menschen, pastorale Dienste sowie Fachkräfte gibt, die sich mit der Prävention identifizieren und ihre Anwaltschaft für einen achtsamen Umgang aktiv abbilden.

Ich freue mich deshalb, die Leitung seit Anfang November inne zu haben, da unsere Diözese mit der Stabsstelle im Kontext der Aufarbeitung und des sogenannten 8-Punkte Plans hinter diesem vielfältigen Engagement ein Ausrufzeichen setzt.

Unsere Stabsstelle soll Ausdruck der Wertschätzung dafür und auch Dienstleister für die Prävention sein.

Viele Jahre habe ich in der Jugendseelsorge die Facetten der Prävention aus der Praxis vieler Fachkräfte begleitet. Jetzt kann ich das auch als Präventionsbeauftragte umfassend für alle Handlungsfelder der Prävention, des Schutzes und der Förderung von selbstbestimmten Handeln junger und schutz- und hilfebedürftiger Menschen tun.

Schau hin, hör zu und sei präsent, damit (sexualisierte) Gewalt im kirchlichen Handeln angesprochen, vorbeugend verhindert und aufgedeckt wird!

Eine gute und sich weiterentwickelnde Prävention verändert wirksam gesellschaftliches Miteinander und lenkt immer wieder den Blick auf die Menschen, die unsere Hilfe und unseren Schutz brauchen.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen an die aktuelle Präventionsarbeit haben oder Unterstützung für die Umsetzung dafür benötigen.

Herzliche Grüße und Gottes Segen

Katja Birkner

 

Prävention von (sexualisierter) Gewalt

Das Erzbistum Köln hat verbindliche Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen sowie schutz- und hilfebedürftigen Erwachsenen getroffen. Das Erzbistum Köln setzt seit 2011 verbindliche Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen sowie schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen in all seinen Einrichtungen und Diensten um.

Ziel der Präventionsmaßnahmen

Ziel dieser Präventionsmaßnahmen ist, dass die Achtung der Rechte der uns anvertrauten Personen und die Vorbeugung von (sexualisierter) Gewalt selbstverständlicher Bestandteil des alltäglichen Handelns ist.

Dies geschieht über zwei Aspekte:

  1. Wertschätzender und respektvoller Umgang mit den anvertrauten Menschen sowie die Achtung ihrer Rechte.
  2. Mutiges Hinsehen und konsequentes Handeln in Fällen, in denen das Wohl der anvertrauten Person in Gefahr ist.

Schutzmaßnahmen

Die Präventionsordnung formuliert verbindlich den Schutzauftrag für alle Einrichtungen und Dienste im Erzbistum Köln und beschreibt konkrete Maßnahmen, die zum Schutz der anvertrauten Minderjährigen bzw. schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen umgesetzt werden müssen. Die Präventionsordnung ist seit April 2011 in Kraft.

Die Schutzmaßnahmen im Einzelnen:

  • Überprüfung der persönlichen und fachlichen Eignung im Bewerbungsverfahren vor dem Tätigkeitsbeginn u.a. durch die Einsicht in das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis (EFZ). Regelmäßige Wiedervorlage des EFZ alle fünf Jahre.
  • Jede/r haupt-, nebenamtlich oder ehrenamtlich Tätige wird in einer Präventions-Schulung zum Thema fortgebildet. Hierzu zählen u.a. Geistliche, Seelsorger/innen und Laienmitarbeiter/innen.
  • Alle 5 Jahre findet eine Auffrischung bzw. Vertiefung zur Prävention (sexualisierter) Gewalt statt.
  • In jeder Einrichtung wird eine Präventionsfachkraft benannt, die die Einrichtung bei der Umsetzung der Präventionsmaßnahmen berät und unterstützt.
  • Alle Einrichtungen entwickeln ein Beratungs- und Beschwerdemanagement für die anvertrauten Personen und deren Angehörige. Hierzu gehören sowohl interne Ansprechpersonen als auch externe Beratungsstellen.
  • In jeder Einrichtung gibt es einen verbindlich geltenden Verhaltenskodex mit klaren Handlungsregeln für alle Tätigen.
  • Um bestmöglich zu gewährleisten, dass alle diese Schutzmaßnahmen dauerhaft und nachhaltig umgesetzt werden, sind sie in einem institutionellen Schutzkonzept passgenau und detailliert zusammengefasst. Dieses soll spätestens alle 5 Jahre oder im Falle eines Übergriffs überprüft und ggf. überarbeitet werden.

Das Bundeskabinett hat am 20. Januar 2021 einen Gesetzentwurf zur Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz beschlossen.

Der Entwurf sieht vor, in Artikel 6 Absatz 2 Grundgesetz folgende Formulierung aufzunehmen:

Die verfassungsmäßigen Rechte der Kinder einschließlich ihres Rechts auf Entwicklung zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten sind zu achten und zu schützen. Das Wohl des Kindes ist angemessen zu berücksichtigen. Der verfassungsrechtliche Anspruch von Kindern auf rechtliches Gehör ist zu wahren. Die Erstverantwortung der Eltern bleibt unberührt.

Der Entwurf baut auf Empfehlungen einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe auf, die im Jahr 2018 zur Umsetzung der Koalitionsvereinbarung, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern, eingesetzt worden war und im Oktober 2019 ihren Abschlussbericht vorgelegt hatte. Die Neuregelung bezweckt, die Klarstellung, dass Kinder Träger von Grundrechten sind und das Kindeswohlprinzip auf Verfassungsebene festzuschreiben. Ferner soll der Anspruch auf rechtliches Gehör bekräftigt und garantiert werden, dass weder die Elternrechte noch das staatliche Wächteramt beschnitten werden.
Damit das Grundgesetz entsprechend geändert werden kann, ist eine Zweidrittel-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat nötig.

Quelle: LVR- Newsletter "Rechtsfragen der Jugendhilfe", Ausgabe Januar 2021

> Gesetzentwurf der Bundesregierung (PDF)

Wie können Sie helfen, wenn Sie von häuslicher oder sexueller Gewalt gegen Kinder oder Frauen erfahren?

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie (Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Kitas und Schulen, Homeoffice, Kurzarbeit...) und damit ggfs. verbundene Existenzängste stellen Familien zurzeit vor große Herausforderungen. 

In der länger andauernden räumlichen Enge können Konflikte schnell eskalieren und zu einer großen Gefahr für Kinder, Jugendliche oder Frauen werden.

Vor allem Kinder sind besonders gefährdet, weil sie ihren Peinigern derzeit schutzlos ausgeliefert sind und kaum die Möglichkeit haben, nach Außen Signale zu setzen oder für eine gewisse Zeit der Gewalt zu entkommen.

Wenn Sie sich Sorgen um ein Kind machen, rufen Sie an beim Hilfetelefon Sexueller Missbrauch:

0800 22 55 530

 

Vermitteln Sie Hilfsangebote:

In diesem Flyer des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Dr. Johannes Rörig, finden Sie Hilfsangebote für betroffene Kinder und Frauen:

Zum wechselseitigen Verhältnis von Prävention sexualisierter Gewalt und sexueller Bildung hat die Bundeskonferenz der diözesanen Präventionsbeauftragten ein Positionspapier erarbeitet und einstimmig am 20. Januar 2021 verabschiedet. Es wurde bereits intern dem Forum „Leben in gelingenden Beziehungen. Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ des Synodalen Weges vorgelegt und wird in dessen Beratungen einfließen.

 

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