Diese Kategorie sucht Kommunikation, die neue Formate nutzt und unbekannte Wege geht. Hier zählen Ideen, Mut und Lernbereitschaft. Bei einem Beitrag war die Diskussion in der Jury besonders lebendig – weil er genau das tut, was die Kategorie verspricht: Er traut sich etwas.
Die Vlogreihe der jungen Church Planting-Gemeinde St. Rochus in Düsseldorf verbindet einen klaren missionarischen Anspruch mit einer konsequent niedrigschwelligen Kommunikationsform. Die Gemeinde begleitet ihren eigenen Aufbau auf Instagram und TikTok und gewährt dabei bewusst ungefilterte Einblicke in ihren Alltag. Besonders überzeugend ist, dass die Reihe nicht versucht, Kirche zunächst über fertige Strukturen oder professionelle Selbstdarstellung zu erklären. Stattdessen wird sichtbar gemacht, wie eine Gemeinde überhaupt entsteht – mit echten Situationen, persönlichen Einblicken und einem Priester, der beispielsweise beim Kochen vor der Kamera steht.
Hier ist Social Media kein Zusatzkanal, den man auch noch bespielt, Social Media ist das Zentrum der Gemeindekommunikation. Das ist für kirchliche Verhältnisse ein radikaler Ansatz – und genau deshalb steht er in dieser Kategorie.
Die Umsetzung hat die Jury besonders überzeugt: Alltagssituationen, die Kamera mittendrin, der Ton persönlich und direkt. Was den Beitrag aber wirklich mutig macht: St. Rochus macht sich angreifbar. In den Kommentarspalten findet echter Dialog statt – auch mit Skeptikern. Anstatt auszuweichen, geht das Team in den offenen Austausch. Hier passiert etwas Neues. Etwas, das nicht allen sofort gefällt. Etwas, das Fragen aufwirft.
Ein Team hat gezeigt, dass Kirche neue Wege gehen kann – wenn sie den Mut hat, sich dort zu zeigen, wo die Menschen sind. Herzlichen Glückwunsch zum Hiero Award 2026 in der Kategorie „Innovation & Mut“!