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Berufung

Regamy Thillainathan als Leiter der Stelle "Berufe der Kirche" hilft Ihnen gerne, Ihre Berufung zu klären.

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Bewerbung
Repetent Dr. Peter Rieve steht Ihnen für alle Fragen rund um das Studium und die Bewerbung als Priesterkandidat zur Verfügung.

Tel: 0228 2674 140

Die Aufgabe des Mentors in der Priesterausbildung

Pastor Christoph Bersch, Kreisdechant im Oberbergischen Kreis, hat als Mentor mehrere Seminaristen zwischen dem Studienende und der Weihe zum Priester begleitet. So nimmt er die Mentoren-Aufgabe wahr:

Für einen Pfarrer ist es eine besondere, spannende und schöne Aufgabe, einen – teils noch jungen, teils schon lebenserfahrenen – Priesteramtskandidaten nach dem Abschluss seiner theologischen Studien über insgesamt drei Jahre als Mentor zu begleiten.

Auch wenn es in der Studienzeit während der Semesterferien bereits verschiedene Praktika in der Gemeinde wie im sozialen Bereich gibt, so ist doch die lange Zeit der priesterlichen Wegbegleitung zwischen dem Studienende und der Weihe zum Diakon und dann zum Priester durch eine besondere Verantwortung geprägt. Denn am Ende der jeweils mehrmonatigen Einsatzzeiten in den Pfarrgemeinden eines Seelsorgebereichs wird von uns Mentoren gewissenhaft ein qualifiziertes Gutachten erstellt. Dieses ist ein wichtiger Bestandteil im Blick auf die menschliche, geistliche und seelsorgliche Eignung eines Weihekandidaten und damit auch für die Zulassung zur Weihe durch den Diözesanbischof.

Wie sieht eine Mentorenbegleitung konkret aus?

Als die ersten Jünger Jesus fragten: „Meister, wo wohnst du?“, da antwortete er schlicht mit den Worten „Kommt und seht!“ Unsere erste Aufgabe ist es, einem Priesteramtskandidaten Einblick zu gewähren in die vielfältigen Tätigkeitsfelder eines Priesters: Die Feier der Hl. Messe und der Sakramente der Kirche, die Erarbeitung von Predigten und Vorträgen, die Zusammenarbeit in Seelsorgeteams, die Leitung und Begleitung von Gremien und Gruppen in den Gemeinden, die tägliche Seelsorge in der Spannung oft mehrerer Gemeinden mit all den Chancen und Konflikten, die damit verbunden sind, die pastorale Sorge um die verschiedenen Generationen, angefangen bei den kirchlichen Kindergärten bis hin zu Besuchen in Krankenhäusern, Altenheimen oder dem Überbringen der Hl. Kommunion zu den Hauskranken, der Einsatz für arme und benachteiligte Menschen usw.

Ein Seminarist geht darüberhinaus im ersten Jahr regelmäßig in eine Grundschule, lernt die Situation von Kindern und Lehrern im Schulalltag kennen und hält schließlich, unter Anleitung einer Lehrerin/eines Lehrers, eine Reihe von Unterrichtsstunden. Später kommen dann weitere Aufgaben hinzu: so etwa die Übernahme eines katechetischen Projektes in den Gemeinden mit eigener Verantwortung in der Planung und Durchführung, oder aber die Vertiefung schulischer Erfahrungen in weiterführenden Schulen.

 

Als Mentor geht es darum, einen Seminaristen schrittweise in den seelsorglichen Dienst zu begleiten, seine Stärken (und ggf. auch seine Schwächen) zu entdecken und in Reflexionsgesprächen auf die Beobachtungen und Erfahrungen intensiver einzugehen. Neben den fachlichen Kompetenzen, die jemand schon mitbringt oder die es zu erwerben und zu vertiefen gilt, gehört auch der Blick auf die menschliche Seite zu den wichtigen Aufgaben eines Mentors. Stichworte sind hier: Reife, Ausgeglichenheit, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit, angemessenes Verhalten – und in allem eine Liebe zu Gott und den Menschen.

 

Immer notwendiger wird es, angesichts größerer Räume und vielfältiger Erwartungen durch andere oder auch durch sich selbst, Zeiten für das Gebet, Räume für die stille Betrachtung und die Begegnung mit Gott freizuhalten. Denn sie sind mehr denn je der tragende Grund für den priesterlichen Dienst. Auch darüber ist es wichtig, sich auszutauschen und Hilfen für ein geistliches Leben aus der praktischen seelsorglichen Erfahrung aufzuzeigen: Denn ein Priester muss (und darf) kein multifunktionaler Manager sein, sondern seine erste Aufgabe und Berufung ist und bleibt es, dass er ein „Geistlicher“ ist. In diesem Sinne lassen wir Mentoren die Priesteramtskandidaten an unserem persönlichen Leben teilhaben, mit unseren Begabungen, aber auch den eigenen Grenzen und Schwächen.

Auch ein Geschenk für den Mentor selbst

Ein besonderes Geschenk für den Mentor wie den schließlich – wenn alles seinen guten Gang geht – neugeweihten Priester ist das dritte Einsatzjahr, auch „Neupriesterjahr“ genannt. Im Erzbistum Köln übt ein Priester nach der Weihe seinen Dienst in den Gemeinden aus, wo er zuvor als Seminarist und Diakon gewirkt hat. So können wir als Mentoren auch die ersten Schritte in die Verantwortung eines Priesters begleiten und fördern. Wir Mentoren sind für das Vertrauen, das uns der Erzbischof und die Verantwortlichen in der Priesterausbildung entgegenbringen, dankbar.