Start Kontakt Sitemap

Junge Flüchtlinge tanzen Szenen einer Flucht vor dem Dom

Auf dem Platz zwischen Hauptbahnhof und Kölner Dom haben am Samstag, 13. Mai, etwa 100 Kinder und Jugendliche Szenen einer Flucht getanzt. Mit der Aktion wollte die Tanztheatergruppe gemeinsam mit Flüchtlingskindern und -jugendlichen ein Zeichen für eine integrative Gesellschaft setzen.
15. Mai 2017; domradio.de/Melanie Trimborn, HA Medien und Kommunikation/Je

 Szenen einer Flucht tanzen etwa 100 Kinder und Jugendliche - darunter Flüchtlinge - am Kölner Dom

Fotos ►

Suheyla Ferwer leitet die Tanzgruppe und hat die Choreographie einstudiert Generalvikar Dr. Dominik Meiering untestützt die Aktion als Schirmherr. Die Tanzgruppe setzt ein Zeichen, dass Köln tolerant und integrativ ist
 

Der Bahnhofsplatz ist an diesem Samstag voll. Inmitten der Menge ertönt durch einen Verstärker Musik. Junge Menschen sammeln sich, schlängeln sich an Passanten vorbei. Kinder und Jugendliche in dunkler Kleidung und traurigen Gesichtern gehen hintereinander über den Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofs. Ihre Köpfe sind gesenkt. Passanten bleiben stehen und schauen. Rund 100 Kinder und Jugendliche - darunter auch Flüchtlingskinder - tanzen Szenen einer Flucht nach und ziehen die Blicke auf sich.

 

Nur Fußballfans, die gerade in der Sonne Kaffee trinken fangen an dagegen zu grölen und die Musik zu übertönen. Ein Frau steht am Rand spricht den Kindern und Jugendlichen gut zu, die kurz verwirrt scheinen, da sie die Musik kaum noch vernehmen können: "Macht einfach weiter, es ist alles gut!", ruft sie den Kindern zu, die wieder in ihre Rollen zurückkehren. Sie ist die Tanzlehrerin.

 

Tanzen zur Völkerverständigung

Plötzlich ertönt aus den Lautsprechern mit Verstärker "Born this way" von Lady Gaga. Die Kinder und Jugendlichen reißen sich die dunklen Pullover vom Leib und fangen an zu tanzen. "Heb' einfach deine Hände hoch. Denn wir sind nun mal so geboren. Meine Mutter hat mir gesagt, als ich noch jung war: 'Wir sind alle als Superstars geboren'", heißt es in dem Lied. In bunten T-Shirts tanzen die hundert Kinder und Jugendlichen im Schatten des Doms und die Leute schauen zu. Die Fußballfans haben keine Chance mehr. Die Aufmerksamkeit liegt bei den jungen Tänzern, die eie Flucht im engen Boot und die Freude des Ankommens inszenieren.

 

Vorne weg schwingt Hamsa Humaja aus Syrien seinen Körper zur Musik. Seit fast zwei Jahren ist er mit seinem Bruder hier in Deutschland und tanzt regelmäßig mit anderen Flüchtlingen und Jugendlichen aus Deutschland für eine bessere Völkerverständigung. "Wir sind hier in der Truppe aus ganz vielen Kulturen. Wir tanzen hier in der Sonne und sind alle glücklich und wir möchten das Anderen zeigen, dass wir hier glücklich sind", sagt er im Anschluss.

 

Generalvikar untertützt Tanztheater als Flüchtlingsprojekt

Einstudiert haben die Kinder und Jugendlichen die Choreographie mit der Frau, die ihnen am Rand zugesprochen hat, Suheyla Ferwer. Sie realisiert mit ihrem Tanztheater Flüchtlingsprojekte. Sie will eine klare Botschaft mit dieser Aktion vermitteln. "Dieser Hauptbahnhof ist so negativ belegt und das möchten wir ändern. Jetzt tanzen Flüchtlingskinder." Es sei hier nicht alles unangenehm auf der Domplatte. "Wir haben gezeigt: Köln kann auch anders", erklärt sie.

 

Begeistert schaut auch der Kölner Generalvikar Dominik Meiering zu. Er ist Schirmherr dieses Flashmobs - der veranstaltet wurde im Rahmen der "Aktion Neue Nachbarn", in der das Erzbistum Flüchtlinge unterstützt und hilft. "Es ist eine bunte Truppe und alle tanzen miteinander. Da zeigen uns Kinder und Jugendliche, wie wir in unserer Gesellschaft leben können", sagt Meiering. "Wir müssen es nur wollen und uns anstrengen."

Links:

Zurück

 

Erzbistum Köln

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Marzellenstraße 32 50668 Köln T 0221 1642 1411 F 0221 1642 1610 presse@erzbistum-koeln.de