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Kondolenz von Kardinal Woelki zum Tod von Kardinal Meisner

Woelki: "Für mich ein Zeuge des Glaubens"
5. Juli 2017; pek170705

Köln. Schockiert über den Tod seines Vorgängers äußert sich Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki: „Heute Morgen hatte er für die Feier der Eucharistie alles vorbereitet und das Brevier zum Beten noch in den Händen, darüber muss er einfach eingeschlafen sein.“ Bei seinem Urlaub 
in Bad Füssing in Bayern ist Joachim Kardinal Meisner im Alter von 83 Jahren am heutigen Mittwoch gestorben.


Kardinal Woelki war von 1990 bis 1997 Erzbischöflicher Kaplan und Geheimsekretär vom damaligen Erzbischof von Köln: „Kardinal Meisner ist für mich ein Zeuge des Glaubens, ein Zeuge, der immer für die Wahrheit des Glaubens eingetreten ist, gelegen oder ungelegen.“ Der derzeitige Erzbischof betont, dass Meisner ihn in der Festigkeit seines Glaubens geprägt habe.


Kardinal Woelki würdigt auch die Verdienste des Alterzbischofs nach der Teilung Europas und für die Weltkirche. Er habe die Katastrophe der Flucht und das Leben in einer Diktatur, die Gott an den Rand drängen wollte, gekannt. „Weil er um Flucht und Vertreibung wusste, hat er sich wie kein Zweiter um eine Aussöhnung mit den Kirchen Osteuropas und deren Freiheit eingesetzt“, so der Kardinal in seinem Kondolenzschreiben. „Sein fester Glaube und die Treue zu Christus machten ihn zu einem gefragten Berater der Kurie und zu einem geschätzten Ratgeber insbesondere für die beiden Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI., mit dem er hier in Köln den Weltjugendtag 2005 feierte.“


Am heutigen Mittwoch um 18:30 Uhr wird Woelki in der Abendmesse im Kölner Dom seines Vorgängers gedenken. Das Erzbistum Köln hat auf www.erzbistum-koeln.de ein Online-Kondolenzbuch eingerichtet. Außerdem liegt im Kölner Dom ein Kondolenzbuch bereit.

 

Die Kondolenz von Kardinal Woelki im Wortlaut

"Heute Morgen erreichte mich die Nachricht, dass Gott den emeritierten Erzbischof von Köln, meinen Vorgänger im Amt Joachim Kardinal Meisner, zu sich gerufen hat. Kardinal Meisner wurde 83 Jahre alt und ist friedlich an seinem Urlaubsort eingeschlafen.


Mit tief empfundener Trauer und in enger Verbundenheit denke ich an die vielen Jahre zurück, in denen ich an seiner Seite in Mitbrüderlichkeit meinen Dienst getan habe, insbesondere als sein Sekretär, als Weihbischof und schließlich als Nachfolger im Amt des Erzbischofs von Köln.


In all den Jahren habe ich Kardinal Meisner als entschiedenen Streiter für den Glauben erlebt, dem er selbst alles untergeordnet hat. Er war ein Mann des Gebetes und der Kirche, die er zutiefst liebte. Seine Biographie war ein Spiegel der europäischen Geschichte: Er kannte die Katastrophe des Krieges, Flucht, Vertreibung und das Leben in einer Diktatur, die Gott an den Rand drängen wollte.


Diese Erfahrungen haben das Leben von Kardinal Meisner existenziell geprägt. Deshalb schreckte er auch vor kontroversen Debatten nicht zurück, wann immer er den Glauben durch Relativismus bedroht sah. In allem, was er tat und sagte, stand für ihn Gott im Zentrum seines Denkens und Handelns. Weil er um Gott wusste, wusste er auch um den Menschen. Deshalb kämpfte er unerbittlich für dessen Lebensschutz von Anfang an bis zu seinem Ende. Deshalb forderte er im gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Dialog immer auch die Perspektive des Glaubens ein. Weil er um Flucht und Vertreibung wusste, hat er sich wie kein Zweiter um eine Aussöhnung mit den Kirchen Osteuropas und deren Freiheit eingesetzt.


Sein fester Glaube und die Treue zu Christus machten ihn zu einem gefragten Berater der Kurie und zu einem geschätzten Ratgeber insbesondere für die beiden Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI., mit dem er hier in Köln den Weltjugendtag 2005 feierte.


Für seinen Dienst an unserem Erzbistum, dem er 25 Jahre lang vorgestanden hat, gilt dem Verstorbenen unser aller und ganz besonders auch mein persönlicher Dank. Der Herr möge ihn jetzt auf ewig das schauen lassen, was er als Priester und Bischof ein Leben lang so glaubwürdig und engagiert bezeugt und gefeiert hat.

 

Köln, 5. Juli 2017

Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki"

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† Kardinal Meisner: Tod und Trauerfeierlichkeiten

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